International

Zollbürokratie bremst Handelsabkommen: DIHK präsentiert Ideenpapier

Wegen aufwendiger Zollbürokratie nutzen viele Unternehmen die Zollvorteile internationaler Handelsabkommen nicht aus. Zur Lösung dieses Problems hat der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) im Oktober 2019 ein Ideenpapier für moderne Handelsabkommen präsentiert.

„Damit Zollvorteile in möglichst vielen Unternehmen ankommen, sollten bestehende Abkommen überarbeitet und neue Abkommen praxisnäher gestaltet werden“, sagt Melanie Vogelbach, DIHK-Bereichsleiterin Internationale Wirtschaftspolitik, zum Ziel des Papiers. Laut aktueller Zahlen der EU-Kommission nutzen lediglich 68,4 Prozent der EU-Exporte in Partnerländer die Zollvergünstigungen der zugrunde liegenden Handelsabkommen aus. Beim neuen Handelsabkommen mit Kanada „CETA“ liegt die Nutzungsrate sogar nur bei 37 Prozent. Dadurch zahlen auch deutsche Unternehmen jedes Jahr viele Milliarden Euro unnötiger Zölle. Gerade in Zeiten des Protektionismus ist es wichtig, den freien Welthandel über internationale Handelsabkommen zu stärken. Der DIHK schlägt deshalb vor, die Ursprungsregeln von Freihandelsabkommen anzugleichen und einfacher zu gestalten. Es gibt noch viele zollbürokratische Hürden, die gerade kleinen und mittleren Unternehmen das Leben schwer machen. Wenn Zollvorteile deshalb nicht genutzt werden können, schadet dies Unternehmen und Verbrauchern gleichermaßen. Die Politik sollte internationale Handelsabkommen daher, so die Forderung der Wirtschaft, möglichst unbürokratisch und praxisnah umsetzen. Damit die Abkommen tatsächlich Handelshürden abbauen und nicht neue Hürden aufbauen. In dieses Ideenpapier sind zahlreiche Vorschläge eingeflossen, die der Außenhandelsausschuss der IHK für Oberfranken Bayreuth im Frühjahr 2019 in einem Positionspapier erarbeitet hat. Das Team des Bereichs International steht dazu in engem Kontakt, nicht nur mit dem Arbeitskreis Handelspolitik des DIHK, sondern auch mit diversen Ansprechpartnern in der EU-Kommission sowie zu Europaabgeordneten. Gerne bringen wir auch weiterhin Ihre Ideen und Vorschläge in die Diskussionen ein.

IHK für Oberfranken Bayreuth
Sara Franke
Leiterin Bereich International
0921 886-158
franke@bayreuth.ihk.de