Wirtschaftsjunioren

WJ zu Gast im Bayerischen Landtag

Landtagspräsidentin Barbara Stamm (vorne, 3. v. li.) empfängt Wirtschaftsjunioren aus ganz Bayern zum Know-how-Transfer.

Beim Erfahrungsaustausch zwischen Politik und Wirtschaft haben die Wirtschaftsjunioren Bayern ihre politischen Positionen zur Landtagswahl eingebracht – mit dabei waren auch vier Mitglieder aus dem Kreis Kulmbach. Im Gegenzug bezogen Landtagsabgeordnete aller Fraktionen Stellung zu aktuellen wirtschaftspolitischen Themen.

Ein funktionierendes Zusammenwirken von Politik und Wirtschaft gilt als Grundvoraussetzung für Wachstum und Wohlstand in unserer modernen Gesellschaft. Einen Beitrag zum gegenseitigen Verständnis leistet der alljährlich stattfindende Know-how-Transfer der Wirtschaftsjunioren auf Bundes- und Landesebene. In diesem Jahr durch die bevorstehende Landtagswahl auf einen Tag beschränkt, trafen junge Unternehmer/-innen und Führungskräfte aus ganz Bayern auf Landtagsabgeordnete aller Fraktionen. Ziel des Austausches ist es einerseits, den Wirtschaftsjunioren Einblicke in politische Entscheidungswege zu vermitteln. Andererseits soll bei den Politikern das Verständnis für die Herausforderungen der Unternehmen geschärft werden.

„Auch wenn aufgrund der heißen Wahlkampf-Phase kein mehrtägiger Austausch mit einem Abgeordneten möglich war, so konnte man selbst an diesem einen Tag deutlich die aktuellen Spannungen und Unterschiede zwischen den Parteien erleben. Besonders interessant war die Podiumsdiskussion mit den Parteien, in der lebhaft über die politischen Positionen der Wirtschaftsjunioren debattiert wurde“, berichtet Kulmbachs Kreissprecher MartinRunge.

In den Fraktionsgesprächen wurde insbesondere das Jahresmotto der Wirtschaftsjunioren „Arbeit 4.0 – wie geht es weiter in der Arbeitswelt?“ diskutiert. So wurden Fragen zur Zukunft der Aus- und Weiterbildung, aber auch zur besseren Vereinbarkeit von Beruf und Familie thematisiert, ebenso wie die Herausforderungen beim Aufbau digitaler Fachkompetenzen. Dazu hatte der Verband der jungen Wirtschaft bereits im Vorfeld über einen ausführlichen, partizipativen Prozess unter Einbeziehung aller 62 bayerischen Wirtschaftsjuniorenkreise politische Positionen erarbeitet. Die einzelnen Fraktionsgespräche waren eine gute Gelegenheit, um die darin gestellten Forderungen direkt beim Adressaten zu platzieren.
„Wir stehen vor einigen wirtschaftlichen und gesellschaftspolitischen Herausforderungen, die Wirtschaft und Politik nur gemeinsam meistern können. Das Format des Know-how-Transfers gibt uns die Möglichkeit, diese Punkte aus Unternehmersicht zu adressieren. Die Gespräche zeigen, welche Antwort die Wahlprogramme der einzelnen Fraktionen auf diese Fragen geben, was insbesondere vor dem Hintergrund der bevorstehenden Landtagswahl spannend ist“, reflektiert Mientje Krüger, Mitglied des Vorstandes im Wirtschaftsjuniorenkreis Kulmbach.

Das Highlight der Veranstaltung bot jedoch die abschließende Podiumsdiskussion mit den Landtagskandidaten der Parteien, die nach der Wahl voraussichtlich im Landtag vertreten sein werden. Hierzu wurde im Akademiesaal der IHK München und Oberbayern über die Themen der neuen Arbeitswelt diskutiert. „Die Diskussion zeigte deutlich, wie wichtig der Austausch zwischen der jungen Wirtschaft und der Politik in der gegenwärtigen Debatte ist. Mit konkreten Beispielen konnten wir verdeutlichen, welche politischen Maßnahmen notwendig sind, um den Freistaat fit für die Zukunft zu machen“, so Sebastian Döberl, Landesvorsitzender der Wirtschaftsjunioren Bayern. Nach der Wahl am 14. Oktober wird sich zeigen, ob die neue Staatsregierung verstanden hat, die Brisanz der Themen in ihre Politik zu übertragen.