IHK-Gremium Kronach

Wirtschaft und Wissenschaft machen sich stark für die Region

Bei der Sitzung des IHK-Gremiums Kronach (v. li.): IHK-Vizepräsident Hans Rebhan, Prof. Dr.-Ing. Stefanie Wrobel, Prof. Dr.-Ing. Barbara Kühnlenz, IHK-Hauptgeschäftsführerin Gabriele Hohenner und Prof. Dr. Christian Zagel, Leiter des Masterstudiengangs ZukunftsDesign.

Nach einem Beschluss der Bayerischen Staatsregierung wird Kronach zum Hochschulstandort ausgebaut, der Lucas-Cranach-Campus soll entstehen. „Was 2016 als Experiment begann, wird nun das Gesicht der Region verändern und neue Zukunftsperspektiven bieten“, so der Vorsitzende des IHK-Gremiums Kronach, IHK-Vizepräsident Hans Rebhan.

Auskunft über die aktuelle Entwicklung gaben Vertreter von Wirtschaft und Wissenschaft bei einer Sitzung des IHK-Gremiums Kronach am 5. Februar 2020 im Atemschutz- und Ausbildungszentrum in Kronach.

Mit Dr. Christian Zagel, Dr.-Ing. Barbara Kühnlenz und Dr.-Ing. Stefanie Wrobel gaben gleich drei Professoren der Hochschule Coburg mit zahlreichen Anwendungsbeispielen einen Einblick in ihre Arbeit. So beschäftigt sich Barbara Kühnlenz mit den Themen Machine Intelligence, interaktive Robotik und Roboterdesign, vor allem aber mit sozialer Robotik. Zusammen mit Studenten der Hochschule Coburg wurde 2015 etwa ein Einkaufsroboter, der selbstständig in einen Laden fahren und einen Einkauf erledigen kann, zum Test entwickelt. Gefragt war hierbei, wie Roboter in der Gesellschaft akzeptiert werden und welche Bedürfnisse sie für körperlich beeinträchtigte Personen erfüllen müssen.

Das Thema Entrepreneurship, vor allem aber, wie man als Unternehmen nachhaltig innovativ wirtschaftet, ist der Schwerpunkt bei Stefanie Wrobel. Als Chance sieht sie vor allem einige der 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen. Zudem zeigte sie auf, welche die typischen und notwendigen Eigenschaften eines Unternehmers sind, welche Megatrends Sustainable Entrepreneurship bestimmen und warum Nachhaltigkeit der Schlüssel zur Zukunftsfähigkeit von Unternehmen ist.

Deutlich wird, dass im Zentrum des Studiengangs ZukunftsDesign, zwischen Innovation, Unternehmertum und Gestaltung, die Projekte stehen. „Das ist ein ganz zentraler Punkt“, betont Hans Rebhan und verweist auf die 71 Projekte, die mit 47 Partnern umgesetzt wurden. Neben den Industriepartnern spielt dabei das Innovations-Zentrum Region Kronach (IZK) eine wichtige Rolle. „Das IZK ist ein wichtiger Schnittpunkt zwischen Wirtschaft und Wissenschaft, denn dank der Förderung der Bayerischen Staatsregierung können sich Unternehmen aus ganz Oberfranken an den Projekten des IZK beteiligen“, so Rebhan. Die Zusammenarbeit gebe die Möglichkeit, gemeinsame F&E-Projekte zu innovativen nachhaltigen Prozessen, Produkten oder Strategien zu entwickeln.

IHK-Hauptgeschäftsführerin Gabriele Hohenner zeigte sich erfreut über die Entwicklung der Hochschule Coburg und deren Aktivitäten in der Region. So sei die HaW Coburg auch ein wichtiger Teil der Technologieallianz Oberfranken (TAO), dem Zusammenschluss der vier oberfränkischen Hochschulen und Universitäten, über den Fördergelder für Technologieprojekte akquiriert werden. Interessiert nahmen auch die zahlreichen Vertreterinnen und Vertreter der regionalen Unternehmen die Ausführungen der Wissenschaftler zur Kenntnis. Geboren wurde in der regen Diskussion die Idee eines „Thinktanks“, einer Plattform für den kreativen Austausch zwischen Wirtschaft und Wissenschaft, über die man konkrete Ideen für die Region realisieren und umsetzen könne.

Hans Rebhan forderte die Unternehmen auf, das Know-how und auch das Angebot der Hochschulen noch intensiver zu nutzen. „Hier geht es auch vor allem um die langfristige Stärkung unserer Region. Der Hochschulstandort Kronach soll dazu beitragen, ein attraktives Umfeld für Fachkräfte und Talente zu schaffen“, so Rebhan.