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Weltweit erfolgreich – erstmals zwei oberfränkische Gewinner des „Exportpreises Bayern 2019“

Laudator Christoph Leicher, Inhaber Leicher Engineering GmbH, und MDin Dr. Ulrike Wolf überreichten den stolzen Siegern in der Kategorie Handel, Celinè Anh-Bulirsch und Thomas Bulirsch, Geschäftsführer aviationscouts GmbH (v. li.), den Exportpreis Bayern 2019.

Spannung herrschte bei der Verleihung des „Exportpreises Bayern 2019“ Ende November 2019 in München. Und dann große Freude: Erstmals gewannen zwei oberfränkische Unternehmen in einem Jahr diese begehrte Auszeichnung: in der Kategorie „Handel“ die aviationscouts GmbH aus Lichtenfels und in der Kategorie „Industrie“ die Bayreuther BioCer Entwicklungs-GmbH. Beide haben sich unter mehr als 90 bayerischen Bewerbern durchgesetzt.

Die aviationscouts GmbH ist eine Handels­agentur für gebrauchte Passagiersitze in der Luftfahrt. 14.000 gebrauchte Sitze in 40 verschiedenen Modellen füllen die große Lagerhalle in Lichtenfels. Als „One-Stop-Shop“ kümmert sich das Team neben dem An- und Verkauf von Passagiersitzen auch um ihre Aufarbeitung, Reparatur, Ersatzteilbeschaffung und Logistik. Flexibilität, Nachhaltigkeit und Kundennähe sind Grundlagen für den Erfolg des Unternehmens, das mit nicht einmal 20 Mitarbeitern eine Exportquote von 98 Prozent erreicht hat. Rund die Hälfte der Produkte werden in Europa verkauft, die andere Hälfte in die USA, Asien und weitere Regionen exportiert. Online angefragt, bekommt der Kunde innerhalb kürzester Zeit die gewünschten Sitze geliefert und, gestützt auf ein Netzwerk von Servicepartnern vor Ort, eingebaut. Das Unternehmen steht so auch als Vermittler zwischen unterschiedlichen Kulturen und Geschäftsgepflogenheiten. Kunden, von weltweit agierenden Airlines über kleine Unternehmen bis hin zu Privatkunden mit Sonderwünschen, können in acht Sprachen betreut werden. Das heißt für das Team des Unternehmens: Kundenbesuche vor Ort, regelmäßige Besuche internationaler Fachmessen, Fachvorträge vor internationalen Kunden, aber auch die Einladung von Kunden in die Genussregion Oberfranken. Und es verbindet die Tätigkeit einer klassischen Handelsagentur erfolgreich mit modernen Kommunikationswegen. So betreibt aviationscouts den größten Internet-Marktplatz für gebrauchte Flugzeugsitze und hat in den sozialen Medien mehr als 5.000 zielgruppenrelevante Follower. Durch aviationscouts bekommen Flugzeugsitze mehr als zwei Leben – ein wichtiger Beitrag zu ressourcenschonendem Wirtschaften, der auch die Jury überzeugte.

Frank Heidenau, Geschäftsführer der BioCer Entwicklungs-GmbH (re.), freute sich stellvertretend für das gesamte Team über den Exportpreis Bayern 2019 in der Kategorie Industrie. Die Auszeichnung überreichte MDin Dr. Ulrike Wolf in München.

Die BioCer Entwicklungs-GmbH wurde 1998 als Spin-off unter dem Dach des Friedrich-Baur-Forschungsinstituts für Biomaterialien an der Universität Bayreuth gegründet. Seit 2009 als eigene GmbH am Markt tätig, hat BioCer sich zu einem Hidden Champion der Medizinbranche mit beeindruckenden Exportzahlen entwickelt. Das Unternehmen mit 22 hochqualifizierten Mitarbeitern ist auf die Forschung, Entwicklung und Produktion von innovativen Medizinprodukten aus Biomaterialien ohne tierische oder humane Bestandteile spezialisiert und deckt die gesamte Prozesskette, von der Entwicklung bis hin zum Vertrieb durch ein weltweites und engagiertes Händlernetzwerk ab. Geliefert werden die Produkte in 60 Länder der Welt. Umfangreiche Marktanalysen und eine sorgfältige Auswahl von Händlern sind Voraussetzung, erfolgreich neue Märkte zu erschließen. Die Beteiligung an bayerischen Gemeinschaftsständen auf internationalen Fachmessen, Fachvorträge auf internationalen Kongressen und die Teilnahme an klinischen und wissenschaftlichen Studien sind wichtig. Aber einen mindestens ebenso großen Raum nimmt im Unternehmen die individuelle persönliche Betreuung der internationalen Händler ein – von Produktschulungen vor Ort, wenn es sein muss auch im OP-Saal, die Online-Betreuung via Skype bis hin zu Kundenbesuchen vor Ort. Sich als kleines Unternehmen erfolgreich auf einem von internationalen Großkonzernen beherrschten Markt zu behaupten – das geht, wenn man sich mit ähnlichen Unternehmen aus anderen Ländern zusammenschließt und sich gemeinsam an Ausschreibungen beteiligt. Und noch etwas anderes ist BioCer wichtig: die Beteiligung an internationalen Hilfsprojekten, zum Beispiel in Afrika.

Die Preise wurden in Vertretung des Bayerischen Wirtschaftsministers Hubert Aiwanger durch Ministerialdirektorin Dr. Ulrike Wolf, stellvertretende Amtschefin des bayerischen Wirtschaftsministeriums, an Thomas Bulirsch, Geschäftsführer der aviationscouts GmbH, und sein Team überreicht. Für die BioCer Entwicklungs-GmbH nahm Geschäftsführer Frank Heidenau die Auszeichnung entgegen, stellvertretend für seinen Mitgeschäftsführer Dr. Markus Heinlein und das Team, das zur gleichen Zeit auf der weltweit größten Medizinmesse MEDICA aktiv war.
Beide Geschäftsführer freuten sich riesig über die Ehre, die eine Bestätigung für den eingeschlagenen Weg ist und zugleich ein großer Ansporn für die Zukunft – auch für andere Unternehmen.

Mehr über die Unternehmen und ihre Erfolgsgeschichten lesen Sie hier:
http://ihkofr.de/96
http://ihkofr.de/97

Was ist der Bayerische Exportpreis?

Der Bayerische Exportpreis wird seit 1996 vom Bayerischen Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie gemeinsam mit dem Bayerischen Industrie- und Handelskammertag, der Arbeitsgemeinschaft der bayerischen Handwerkskammern und in Zusammenarbeit mit Bayern International verliehen. Bewerben können sich kleine und mittlere Unternehmen mit bis zu 100 Vollzeit-Beschäftigten aus Bayern, die erfolgreich auf Auslandsmärkten aktiv sind, in den Kategorien Industrie, Handel, Handwerk, Dienstleistungen und Genussland Bayern. Eine hochkarätig besetzte Jury wählt die Preisträger aus. Diese erhalten neben dem Preis, der individuell von einem bayerischen Kunsthandwerker angefertigt wird, einen zweiminütigen Kurzfilm über ihre Erfolgsgeschichte zu Werbezwecken.

Die Bewerbung für den Exportpreis Bayern 2020 ist von Mai bis Ende Juli auf der Internetseite www.exportpreis-bayern.de möglich.

IHK für Oberfranken Bayreuth
Cornelia Kern
Leiterin Referat EU-Fragen/
Kooperationsprogramme
0921 886-152
kern@bayreuth.ihk.de