Editorial

Was die neue Staatsregierung jetzt anpacken muss

Die IHK hat im Rahmen der aktuellen Konjunkturbefragung ihre oberfränkischen Mitgliedsunternehmen nach der Einschätzung zur Wettbewerbsfähigkeit des Wirtschaftsstandortes Bayern und zur notwendigen Schwerpunktsetzung einer neuen Bayerischen Staatsregierung befragt. Das Ergebnis ist eindeutig: Die vielen anstehenden Aufgaben dürfen nicht durch langwierige Verhandlungen verschleppt werden. Instabile oder gar unsichere Rahmenbedingungen wären ein großes Hindernis für die weitere positive Entwicklung der Unternehmen.

Geht es nach den oberfränkischen Unternehmerinnen und Unternehmer, so muss sich die neue Bayerische Staatsregierung also schnell an die Arbeit machen. Handlungsbedarf sehen die Betriebe aus Oberfranken vor allem bei den Themen „Bürokratieabbau vorantreiben“ (93 Pro-zent „wichtig“ bzw. „sehr wichtig“), „Digitale Infrastruktur verbessern“ (90 Prozent), „Fachkräftesicherung intensivieren“ (88 Prozent) und „Bildungspolitik verbessern“ (84 Prozent). Diese Themen sind nicht neu und alle Parteien haben dazu im Wahlkampf Aussagen gemacht. Die Wirtschaftskammern werden in ihren kommenden Gesprächen mit Vertretern der Landespolitik darauf achten, dass nun auch konkrete Maßnahmen umgesetzt werden. Generell werden der Wirtschaftsstandort Bayern und die Position im internationalen Wettbewerb von den Unternehmern durchaus positiv benotet. 73 Prozent der befragten oberfränkischen Unternehmen geben dem Wirtschaftsstandort Bayern die Schulnote „gut“ oder „sehr gut“. Auch die Entwicklung der letzten fünf Jahre wird vornehmlich positiv oder neutral beurteilt: 48 Prozent der Betriebe sagen, dass sich der Standort Bayern verbessert bzw. stark verbessert hat. Hinzu kommen weitere 45 Prozent die angeben, die Wettbewerbsfähigkeit sei gleich geblieben. Mehr dazu ab Seite 12 dieser Ausgabe.

Wollen wir das hohe Niveau in der Wirtschaft Bayerns halten, muss kräftig in die Zukunft investiert werden. Das gilt für die Unternehmen am Standort Oberfranken in gleicher Weise wie für die Staatsregierung, die Mittel für wichtige Investitionen in die Infrastruktur bereitstellen muss. Wichtig ist für die Wirtschaft grundsätzlich Planungssicherheit. Deshalb erwartet die Wirtschaft eine schnelle Bildung einer handlungsfähigen und stabilen Regierung für den Freistaat, die in den einzelnen Ministerien dann auch rasch die Sacharbeit fortsetzen kann.

Ihre

Gabriele Hohenner

Gabriele Hohenner
IHK-Hauptgeschäftsführerin