Volksbanken und Ralffelsenbanken

Wachstum trotz niedriger Zinsen

Das Präsidium des Genossenschaftsverbandes sieht trotz anhaltender Niedrigzinsen positiv in die Zukunft (v. li.): Jürgen Handke, Karlheinz Kipke und Gregor Scheller.

Die Volksbanken und Raiffeisenbanken in Oberfranken sind auch 2018 gewachsen. Sowohl im Privat- als auch im Firmenkundensegment legten die Kreditgenossenschaften zu. Dadurch stieg die addierte Bilanzsumme der oberfränkischen Institute um 2,7 Prozent auf 12,34 Milliarden Euro. Die Kundengelder nahmen um 2,3 Prozent auf 9,88 Milliarden Euro zu. Der Zuwachs fiel trotz marktbedingt niedriger Sparzinsen höher aus als im Vorjahr, auch weil die Privathaushalte deutschlandweit ihre Sparquote deutlich auf 10,3 Prozent erhöhten. Erneut legten die Kunden ihre Gelder bevorzugt als kurzfristige Einlagen an. Unter Berücksichtigung von Anlagen, die bei Partnerunternehmen wie beispielsweise Union Investment oder der Bausparkasse Schwäbisch Hall getätigt wurden, betreuten die oberfränkischen Volksbanken und Raiffeisenbanken zum 31.12.2018 Geldanlagen im Wert von 15,69 Milliarden Euro (+ 1,7 Prozent).

Das Kreditvolumen steigerten die Institute 2018 um 3,2 Prozent auf 5,90 Milliarden Euro. Wachstumsmotor war das Geschäft mit mittelständischen Firmenkunden aus der Region, denen die Banken zum Jahresende Kredite in Höhe von 2,50 Milliarden Euro (+ 3,4 Prozent) zur Verfügung gestellt hatten. Das Kreditwachstum im Bau- und Immobiliengeschäft war weiterhin hoch. Auch die Darlehensvergabe an das Verarbeitende Gewerbe und an Dienstleister legte zu. Erfreulich entwickelten sich ebenfalls die über Verbundunternehmen an Kunden vermittelten außerbilanziellen Kredite. Deren Bestand ist um 6,3 Prozent auf 0,91 Milliarden Euro deutlich gewachsen.

Die Zinssituation belastete weiterhin die Ertragslage der Volksbanken und Raiffeisenbanken in Oberfranken. So nahm das Zinsergebnis als wichtigster Ertragsbringer im Vorjahresvergleich um 5,3 Prozent auf 217 Millionen Euro ab. Durch die Ausweitung des Kreditvolumens gelang es den Instituten jedoch, einen noch stärkeren Rückgang abzuwenden. ln Relation zur durchschnittlichen Bilanzsumme (dBS) sank der Zinsüberschuss um 14 Basispunkte auf 1,81 Prozent. Trotz der Niedrigzinsen und der Belastungen an den Finanzmärkten erzielten die oberfränkischen Volksbanken und Raiffeisenbanken im Geschäftsjahr 2018 ein Ergebnis vor Steuern in Höhe von 62 Millionen Euro, nach 90 Millionen Euro im Jahr 2017. Ihre harte Kernkapitalquote steigerten die Kreditgenossenschaften um 0,4 Prozentpunkte auf beachtliche 15,8 Prozent zum Jahresende.