Recht und Steuern

Verantwortung sichert Zukunft – CSR als Innovationstreiber nutzen

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Wie halten es die Unternehmen mit den Werten des Ehrbaren Kaufmanns? Und was brauchen sie, damit sie noch verantwortlicher, nachhaltiger und erfolgreicher wirtschaften können? Diesen Fragen sind die bayerischen Industrie- und Handelskammern (BIHK) in ihrem Jubiläumsjahr 2018 mit einer Umfrage unter den bayerischen Unternehmen nachgegangen. Verantwortlich zu wirtschaften entspricht dem Leitbild des Ehrbaren Kaufmanns, das eine der Säulen der IHK-Arbeit bildet. Und auch die Politik und Gesetzgebung fordern zunehmend Transparenz, zum Beispiel mit der CSR-Berichtspflicht oder auch dem Nationalen Aktionsplan für Menschenrechte. Um dessen Umsetzung in den Unternehmen zu untersuchen, führt die Bundesregierung gerade ein Monitoring durch. Nachgefragt vom BIHK wurde, wie Unternehmen mit den neuen Anforderungen und Erwartungen in einer globalisierten Welt umgehen. Erfreulich eindeutiges Ergebnis: Verantwortungsvollem Wirtschaften wird eine sehr hohe Bedeutung für die nachhaltige Entwicklung beigemessen. Insgesamt nahmen an der Umfrage knapp 1.200 Unternehmen jeder Größe und Branche teil.

Die Ergebnisse im Einzelnen:

  • Die zentralen Gründe, sich mit ökonomisch, ökologisch und sozial nachhaltigem Wirtschaften auseinanderzusetzen, sind keineswegs externe Anforderungen. Für einen Großteil der Unternehmen sind Werte und die persönliche Haltung dafür ausschlaggebend. Auch die Mitarbeiterzufriedenheit und die Arbeitgeberattraktivität sind Treiber für ein Engagement für die gesellschaftliche Verantwortung (CSR), genau wie die Verbesserung des Unternehmensimages.
  • Bei den Themen, die für ein verantwortungsvolles Wirtschaften in der Zukunft als besonders relevant für die Unternehmen gesehen wurden, wurden vorrangig Umweltaspekte (Energie und Rohstoffe, Klima, Recycling und Abfallvermeidung) genannt. Aber auch die Digitalisierung wurde als wichtiges Zukunftsthema identifiziert. Maßnahmen zum Klimaschutz ergreifen bereits jetzt 71 Prozent der Unternehmen.
    Bereits jedes fünfte der befragten Unternehmen berichtet regelmäßig über Nachhaltigkeitsaspekte. Die Umfrageergebnisse deuten darauf hin, dass die – für größere Unternehmen bereits bestehende – CSR-Berichtspflicht durch die Lieferkette weitergereicht und von den Zulieferern eingefordert wird.
  • 96 Prozent der Unternehmen gehen davon aus, dass verantwortungsvolles Wirtschaften weiterhin aktuell bleibt bzw. noch an Bedeutung gewinnen wird. Vor allem die als sehr wichtig eingestuften Umweltthemen zeigen, dass die natürlichen Lebensgrundlagen und ein intaktes Klima als fundamentale Basis für zukünftiges Wirtschaften anerkannt werden.
    Fokusthema Klimaschutz: 71 Prozent der Unternehmen sind bereits im Klimaschutz aktiv geworden. Es dominieren dabei Maßnahmen im Gebäudemanagement, in den Produktionsverfahren und im Bereich Verkehr und Mobilität. 74 Prozent befürworten den Abbau von klimaschädlichen Subventionen.
  • Fokusthema Lieferkette: Knapp die Hälfte der Unternehmen hat sich bereits mit Umwelt- und Sozialstandards in der Lieferkette befasst. Hierbei zeichnen sich deutliche Unterschiede nach Branche und Unternehmensgröße ab. Der Anteil industrieller Unternehmen mit komplexen Lieferketten ist mit 61 Prozent und der mit Unternehmen mit mehr als 500 Mitarbeitern mit 71 Prozent am höchsten. Häufigste Maßnahmen sind Verhaltenskodizes für Lieferanten, Einholen von Selbstauskünften, Risikoanalysen entlang der Lieferkette und Lieferantenaudits.
  • Befragt zu den Erwartungen an die Politik, formulierten die Unternehmer die klare Forderung nach Verlässlichkeit politischen Handelns und Freiräumen für unternehmensspezifische Verantwortung. Etwa die Waage hielten sich die Stimmen, ob man weiter auf freiwillige Regelungen und Standards setzen solle oder ob
    gesetzliche Normen notwendig seien.

Das ausführliche Umfrageergebnis mit daraus abgeleiteten Handlungsempfehlungen und weiteren Informationsmaterialien zum Themenbereich CSR (Corporate Social Responsibility), NAP (Nationaler Aktionsplan für Menschenrechte) und Ehrbarer Kaufmann finden sie unter https://www.bayreuth.ihk.de/Recht.htm


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Lieferketten verantwortlich und transparent gestalten
Dienstag, 9. April 2019
15.30 – 18.00 Uhr
in der IHK in Bayreuth

Zum Fokusthema „Lieferkette“ laden wir zur Auftaktveranstaltung für unseren neuen Erfa-Kreis CSR ein. Im Mittelpunkt des Erfahrungsaustausches steht ein praxisnaher Vortrag zu den Anforderungen an ein modernes Lieferkettenmanagement. Gerne können Sie sich bereits jetzt per Mail an a.zimmermann@bayreuth.ihk.de vormerken lassen. Sie erhalten dann ab Mitte März nähere Informationen zur Veranstaltung.

IHK für Oberfranken Bayreuth
Ursula Krauß
Leiterin Referat Arbeits-und Wettbewerbsrecht
Tel.: 0921 886-212
E-Mail: krauss@bayreuth.ihk.de