IHK für Oberfranken Bayreuth

Unternehmen bieten echte Alternativen für Abiturienten

Viele Abiturienten stehen nach ihrem erfolgreichen Abschluss vor der Herausforderung, sich mit einer geeigneten Berufsperspektive auseinanderzusetzen. Während ein Großteil glaubt, dass an das Abitur zwangsläufig ein Studium angeschlossen werden muss, lohnt es sich heute für junge Leute, den Blick auch auf eine berufliche Ausbildung im Unternehmen zu richten.

Mit dem Abschluss kommen jährlich auf rund 3.500 Abiturienten in Oberfranken eine Reihe von Entscheidungen zu. Wie der eigene Berufs- und Bildungsweg zukünftig aussehen soll, ist dabei die wohl schwierigste Frage in dieser Zeit. Konkrete Vorstellungen vom zukünftigen Arbeitsplatz oder von einem speziellen beruflichen Werdegang haben nur wenige. Vielfältige Angebote oder Ratschläge aus dem persönlichen Umfeld gibt es dagegen mehr als genug. Außerdem erscheint das klassische Studium nicht nur als Garant für bessere Karrierechancen, sondern auch als die einzig logische Konsequenz nach dem Abi. Wenn es jedoch um die Weichenstellung für die eigene berufliche Zukunft geht, lohnt es sich, auch Möglichkeiten in den Blick zu nehmen, die nicht den Fokus der allgemeinen Wahrnehmung bestimmen.

Annika Bräunig hat die Möglichkeit zur Ausbildung mit viel Praxiswissen genutzt.

Spezielle Angebote für Abiturienten

Gerade für Schulabgänger mit Hochschulreife bietet die Wirtschaft inzwischen interessante Ausbildungsformate an. Besonders in Branchen wie dem Einzelhandel ist das Portfolio in den letzten Jahren um spezielle Abiturientenprogramme ergänzt worden. Es handelt sich um Konzepte mit guten Karrierechancen. Sie bilden deswegen eine echte Alternative zum theorielastigen Universitätsstudium. Neben einer abgeschlossenen Berufsausbildung erhalten die Absolventen im Rahmen des Programms die Möglichkeit, sich mit einer Fortbildung zum Fachwirt weiter zu qualifizieren.

3 IHK-Abschlüsse in einer Ausbildung

Wie passgenau eine Ausbildung sein kann und welche Vorteile die Programme bieten, zeigt der Einblick in den Alltag von Annika Bräunig. Auch sie war sich nicht sicher, was sie nach dem Abi machen sollte. Deswegen habe sie ein klassisches BWL-Studium begonnen. Bereits nach wenigen Wochen stellte sich für sie jedoch heraus, dass das Studium aus sehr viel Theorie bestand, mit der man später nur selten Aussichten auf einen leichten Berufseinstieg hätte.

Als ihre Cousine sie damals auf die speziellen Ausbildungsformate für Abiturienten aufmerksam macht, beginnt sie mit der Suche nach Informationen und Angeboten im Einzelhandel. Innerhalb eines Abiturientenprogramms, wie NKD in Bindlach es anbietet, hat Annika Bräunig die Möglichkeit, im praktischen Betrieb einzusetzen, was sie gelernt hat. „Außerdem gibt mir die Ausbildung die Gelegenheit, einen Einblick in verschiedene Bereiche und Aufgaben, wie dem Verkauf oder sogar der Bezirksleitung im Unternehmen zu gewinnen“, erklärt Annika Bräunig.

Das Abiturientenprogramm sei eine gute Kombination aus Theorie und Praxis. Zudem kann sie es jedem weiterempfehlen, der auf der Suche nach Bildung mit Perspektive sei. In der dreijährigen Ausbildungszeit sind drei IHK-Abschlüsse enthalten, die vielversprechende Chancen bieten. Neben einer abgeschlossenen Berufsausbildung zu Kaufleuten im Einzelhandel können die Absolventen mit der Ausbildereignung und einem Fachwirt glänzen. Außerdem liegen sie mit ihrer Qualifikation mit Bachelor-Absolventen der Universitäten gleichauf.

Studium oder Praxis?

Diese Frage schließt sich in modernen Ausbildungskonzepten nicht unbedingt aus. Mit dem Anspruch an neue Arbeitswelten eröffnen bereits viele oberfränkische Betriebe alternative Wege zum Studium mit spannenden beruflichen Aufgaben. Nach dem Abschluss gilt es, sich bei Unternehmen gezielt nach Angeboten zu erkundigen und die Möglichkeiten für eine passgenaue Ausbildung aufzeigen zu lassen. Eine gute Gelegenheit hierfür bietet jährlich die Bayreuther Ausbildungs- und Studienmesse.