Statements aus der Wirtschaft

„Trotz unseres über alle Wirtschaftszweige breit gefächerten Kundenstammes müssen wir feststellen, dass konjunkturelle Entwicklungen für die Sturm GmbH weder saisonal noch langfristig verlässlich zu bewerten sind. Volle Auftragsbücher unserer Geschäftspartner garantieren leider schon lange nicht mehr volle Kapazitätsauslastung in unserem Betrieb. Eine langfristig ausgelegte gesamtwirtschaftliche Konjunkturpolitik wäre mit Sicherheit für das Auftragsniveau und die Planungssicherheit in unserem Betrieb von Vorteil. Leider muss man konstatieren, dass seitens der politisch Handelnden vermehrt auf kurzfristige und branchenbezogene Einflussnahme gebaut wird. Dabei verlieren wir Planungssicherheit, die für unsere Unternehmen von großer Wichtigkeit ist. Es liegt auf der Hand, dass diese Schwankungen die Firma Sturm GmbH als mittelständisches Familienunternehmen bei langfristigen Investitions- und Personalentscheidungen hemmen.“

Nico Heusinger
Sturm GmbH Werkzeugschleiferei
Schlüsselfeld

„Im vergangenen und aktuellen Jahr hat sich der stationäre Automobilhandel, trotz der nicht abflachenden Dieseldebatte, durchaus ordentlich entwickelt. In den letzten beiden Monaten kam es in der gesamten Branche jedoch aufgrund der neuen Abgasnorm WLTP zu erheblichen Marktverwerfungen. Hersteller und Händler waren gezwungen, sämtliche Neuwagenbestände, die die neue Norm nicht erfüllen, bis zum 31.08.2018 zu verkaufen oder über Eigenzulassungen in den Markt zu drücken. Dies wird in den kommenden Monaten zu einer Flut junger Gebrauchtwagen führen.

Neben diesen Sondereffekten kommt für die Entwicklung in den nächsten Monaten auch der Politik eine wichtige Rolle zu. Es ist zwingend erforderlich, dass von dieser Seite keine unausgegorenen Ideen und nicht praktikable Beschlüsse gefasst werden. Der größte Effekt der derzeitigen Diesel- und Abgasdebatte besteht in der Verunsicherung der Verbraucher. Um erheblichen wirtschaftlichen Schaden für Handel und Verbraucher zu vermeiden, ist von der Politik umgehend zur Sacharbeit zurückzukehren und populistische Manöver zu unterlassen.

Dem klassischen Autohändler steht ohnehin ein grundlegender Wandel bevor. Denn der Autohandel wird sich in den nächsten Jahren immer stärker zu einer Branche der Mobilitätsdienstleister entwickeln. Aufgrund digitaler Vertriebswege und des sich heute schon ändernden Nutzungsverhaltens der Verbraucher wird der traditionelle Autohändler weniger gefragt sein. Dies ist für unsere Betriebe zwar eine große Herausforderung, jedoch auch eine Chance. Wir sehen uns gut aufgestellt für die Zukunft.“

Wolfgang Hensel, Geschäftsführer
Auto Hensel GmbH Co. KG
Bayreuth

Die aktuell extreme Baukonjunktur gilt auch für den baurelevanten Dienstleistungsbereich: Architekten, Bauingenieure, Fachplaner und Sachverständige sind sehr gut ausgelastet. Die Gewinnung von Fachkräften und Nachwuchskräften gelingt nur in Grenzen, denn die Nachfrage übersteigt das Angebot bei Weitem. Die große Nachfrage nach Fachkräften ist nicht auf den Bauplanungsbereich beschränkt. Geotechniker, Spezialisten für naturschutzfachliche Fragestellungen in der Wasserwirtschaft, für chemisch-analytische Aufgaben und Schadstoffe in Boden, Wasser und Bauwerken sind gesuchte Experten.

Die hohe Nachfrage nach Fachkräften in den genannten Bereichen trifft nun auf einen überschaubaren Pool und wenige Absolventen, denn das niedrige Auftragsvolumen und geringe Erträge bzw. Gehaltserwartung hatten in den 1990er- und 2000er-Jahren Umschulung und Migration in andere Berufsfelder – wie beispielsweise den boomenden Markt für Softwareentwicklung und EDV-Dienstleistungen – zur Folge.

In den kommenden Jahren ist daher kaum mit einer Entspannung der Situation zu rechnen. Dienstleister wie Bauleister in den genannten Branchen werden sehr gut ausgelastet sein und investieren in die Rekrutierung neuer Mitarbeiter.

Die GeoTeam GmbH ist mit einem hoch motivierten und kompetenten Team und starken Partnern in den genannten Feldern als Sachverständigen- und Ingenieurbüro gut aufgestellt, im oberfränkischen Markt wie darüber hinaus gut etabliert und strebt mit der Gewinnung weiterer Fachkräfte ein nachhaltiges Wachstum an.

Dr. Jörg Zausig, Geschäftsführer
GeoTeam GmbH
Naila

Die Situation im Tourismus bietet unserem Landhotel Augustin derzeit gute wirtschaftliche Möglichkeiten. Deutschland ist ein beliebtes Reiseziel und unsere Region – das Obermain Jura – ist mit der Obermain Therme als Zugpferd für Urlaubsgäste gut aufgestellt. Auch investieren wir stetig in unseren Betrieb, um unseren Gästen immer wieder einzigartige Erlebnisse bieten zu können. So schaffen wir es, dass viele unserer Gäste „Wiederholungstäter“ sind und wir sie mehrfach in unserem Hotel oder Restaurant begrüßen dürfen. Neben den Urlaubsgästen führt das erfreuliche Wirtschaftswachstum im Landkreis Lichtenfels dazu, dass der Geschäftsreisemarkt in unserer Region stetig wächst und sich zu einem weiteren wichtigen Standbein entwickelt. Damit dies auch dauerhaft so bleibt, ist es dringend notwendig, die digitalen Infrastrukturen schleunigst auszubauen. Sowohl ein ausreichend schneller Internetzugang wie auch eine solide Abdeckung des Mobilfunknetzes sind in unserer Regionleider kein Standard. Ein Zustand, den wir durch noch so viel Service nicht kompensieren können und den viele Geschäftsreisende verständlicherweise nicht dauerhaft mittragen können. Hier besteht dringender Handlungsbedarf.

Katja Dinkel, Geschäftsführerin
Landhotel Augustin
Schwabthal – Bad Staffelstein

„Schon seit einigen Jahren bekommen wir bei MANN+HUMMEL in Himmelkron den Fachkräftemangel in der Region zu spüren. Unser Unternehmen ist in der Vergangenheit stets gewachsen und der Aufwärtstrend zeichnet sich auch in der Zukunft ab. Daher sind wir natürlich auf qualifizierte Mitarbeiter angewiesen, denen wir in unserem Konzern sichere Arbeitsplätze und Aufstiegschancen bieten können. Wir stellen allerdings fest, dass zum einen weniger Personal verfügbar ist – was sich ja auch in den niedrigen Arbeitslosenquoten zeigt – und gleichzeitig die Bereitschaft zur Schichtarbeit sinkt. Hinzu kommt, dass unser Standort von den umliegenden Städten Bayreuth, Kulmbach und Hof nicht oder nur sehr schlecht mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen ist, da er an den jeweiligen Landkreisgrenzen liegt. Hier wären eine bessere Abstimmung zwischen den einzelnen Verkehrsbetrieben und evtl. erweiterte, flexible Lösungen für den ÖPNV in Oberfranken wünschenswert. Außerdem versuchen wir als Unternehmen natürlich, weiterhin unsere Attraktivität als Arbeitgeber zu steigern, um unsere bestehenden Mitarbeiter zu halten und neue Mitarbeiter für uns zu gewinnen.“

Bernd Kolb, Geschäftsführer
MANN+HUMMEL Innenraumfilter GmbH & Co. KG
Himmelkron