IHK für Oberfranken Bayreuth

Positive Bilanz für die Integrationsberatung

Bei der Integration von Menschen mit Fluchthintergrund sind Unternehmen oftmals auf eine fundierte Beratung und umfassende Begleitung angewiesen. Die IHK für Oberfranken Bayreuth bietet mit einem „Ausbildungsakquisiteur für Flüchtlinge“ einen persönlichen Ansprechpartner für Betriebe und Geflüchtete, wenn es um den Einstieg in eine Ausbildung oder Beschäftigung geht. Viele nutzen den Service bereits und nehmen das Angebot dankend an – Tendenz steigend.

Zwar kommen weniger Menschen nach Deutschland als noch zu Zeiten des großen Zustroms im Jahr 2015, jedoch bleiben die Anforderungen an eine nachhaltige Integration von Geflüchteten in den Arbeitsmarkt hoch. Laut aktueller Statistik der Regierung von Oberfranken leben derzeit 6.556 Asylbewerber in den Unterkünften der Region. Unter ihnen und vielen anderen befinden sich einige, die sich nicht nur für eine reine Beschäftigung, sondern sogar für eine Ausbildung im Betrieb eignen. Angesichts des steigenden Bedarfes an ausgebildeten Fachkräften sind die Unternehmen dieser Zielgruppe gegenüber weiterhin aufgeschlossen und zeigen sich ausbildungswillig.

Bayernweite Sondererhebung

Laut einer Sonderbefragung des Bayerischen Industrie- und Handelskammertags (BIHK) beschäftigten im letzten Jahr 24,3 Prozent der 2.336 teilnehmenden Betriebe Menschen mit Fluchthintergrund. Im Vergleich zum Vorjahr konnte damit ein Plus von 5,5 Prozent verzeichnet werden. Der überwiegende Teil der Flüchtlinge findet dabei im Hilfskräftebereich eine Anstellung. Rund 27 Prozent der Geflüchteten werden in den Unternehmen dagegen in ein Ausbildungsverhältnis übernommen. Auch hier hat sich die Zahl vergleichsweise leicht erhöht und die Betriebe bieten mehr Ausbildungsplätze für Geflüchtete an als Bewerbungen eingehen. Allerdings ist die Ausbildung von Geflüchteten nach wie vor miteinigen Hürden verbunden. Unter den befragten Unternehmen liegen vorzeitige Abbrüche oftmals in den rechtlichen Rahmenbedingungen und unzureichenden Sprachkenntnissen begründet. Unternehmen beklagen jedoch nicht nur mangelnde Investitions- und Planungssicherheit aufgrund der rechtlichen Lage, sondern sehen auch in dem derzeit hohen Bürokratieaufwand für eine Ausbildung große Hemmnisse.

Interesse an Beratungsgesprächen weiter gestiegen

Die Beobachtungen und Aussagen der Unternehmensumfrage kann auch Michael Wunder in seiner Funktion als Ausbildungsakquisiteur für Flüchtlinge bei der IHK bestätigen. Gerade vor oder während der Ausbildung gibt es daher eine Reihe von Kriterien, die für einen guten Verlauf zu beachten sind. In seinen Beratungsgesprächen lassen sich bereits im Vorfeld Voraussetzungen für eine Ausbildung klären und mögliche Hindernisse abwägen. Bei insgesamt 312 Beratungen im Jahr 2018 konnte der Ausbildungsakquisiteur sowohl Unternehmen als auch Geflüchteten relevante Fragen beantworten und wichtige Informationen weitergeben. Insbesondere die Betriebe nahmen die Beratungsleistung stärker in Anspruch und bewerteten sie in ihren Rückmeldungen als sehr hilfreich. In diesem Jahr sind im Zuge der Integrationsberatung 276 Ausbildungs- und 256 EQ-Plätze für Geflüchtete in den oberfränkischen Unternehmen entstanden. Zudem befinden sich ungefähr 250 junge Menschen mit Fluchthintergrund derzeit in Ausbildung. Obwohl auch in Oberfranken Ausbildungsverhältnisse aus verschiedenen Gründen vorzeitig gelöst werden, kann Michael Wunder überwiegend Positives berichten. Vor allem Betriebe, die sich gezielt beraten lassen, hätten weitaus weniger Schwierigkeiten.

Michael Wunder
Bereich Berufliche Bildung
Ausbildungsakquisiteur für Flüchtlinge
Tel.: 0921 886-240
E-Mail: m.wunder@bayreuth.ihk.de