HOGA 2019

Oberfranken präsentiert sich auf Leitmesse für Hotellerie und Gastronomie in Nürnberg

Klaus Bartels (li.) mit seinem leitenden Mitarbeiter Christoph Hammer.

Sie ist immer wieder ein Erlebnis: Die HOGA, die Fachmesse für Hotellerie und Gastronomie. Knapp 29.000 Besucher nutzten den Branchentreffpunkt, um neue Konzepte und frische Impulse für die tägliche Arbeit mit nach Hause zu nehmen. Und sich über die aktuellen Trends, was Essen, Schlafen und ein schöneres Gasthaus oder Hotel betrifft, zu informieren. Gelegenheit gab es dazu in fünf Hallen auf etwa 38.000 Quadratmetern, Aussteller aus ganz Deutschland, aus Italien, Frankreich, Tschechien, Belgien, Spanien und Portugal waren die kompetenten Ansprechpartner. An drei Tagen konnte man ein bisschen davon erahnen, wie viel Kreativität, Ideenvielfalt und Unternehmermut sich hinter der Branche verbergen. Jedes Wirtshaus, das stirbt,und jede Bäckerei, die schließt, sind ein Verlust, wurde einem wieder einmal klar. Zu den Ausstellern zählten auch viele Unternehmer aus der oberfränkischen Wirtschaft. Wir schauten uns bei einigen von ihnen um. Klaus Bartels kommt aus Thurnau (Landkreis Kulmbach), ist Spezialist für Hotel- und Gaststätteneinrichtungen. Zuständig für Tische, Stühle, individuelle Theken, fertigt er auch für Kindergärten und Spielplätze. Der Familienbetrieb mit acht Mitarbeitern ist stolz, nur heimische Hölzer zu verwenden – wie Kirsche, Ahorn, Esche, Eiche, alles Laubholz. „Wir sind seit 30 Jahren auf der HOGA, die Nachfrage ist rege“, sagt Inhaber Klaus Bartels und fügt an, „wir bieten ökologische Gewährleistung, ein Stuhl von uns hält so lange, bis der nächste Baum nachgewachsen ist“. Und ist ein bisschen stolz, dass erst kürzlich in Köln ein Stuhl von ihm, ein „Rückenschmeichler“, mit einem Award ausgezeichnet worden ist.

Verkaufsleiter der Firma Bleifreies Kristallglas Alfred Pöhlau mit Heike Weiß vom Verkauf.

Bleifreies Kristallglas in allen Varianten sind am Stand von RONA Deutschland aus Selb zu sehen, eine Tochter des slowakischen Unternehmens nahe Bratislava. Der oberfränkische Vertrieb hat Individuelles zu bieten, von der Karaffe, dem Sherry-, Whiskey- und Grappaglas, bis zum elegant geformten Krügen. Das Besondere daran und ein Merkmal: Extrem hohe Bruchfestigkeit, gezogener Glasstil und laserveredelter Mundrand. Da macht der Genuss doppelt Spaß. Verkaufsleiter Alfred Pöhlau ist zum zweiten Mal auf der HOGA, nimmt wieder einen guten Eindruck mit und ist sich sicher, 2021 wieder hier zu sein. Und weist noch auf die Kapazität der Firma hin, „die mit 1.300 Mitarbeiten jährlich 70 Millionen Gläser produziert.

Robin Ehrhardt (li.) und Sommelier Ralf Schmidt von der Genussakademie Franken.

Sommelier Ralf Schmidt von der Genussakademie Bayern in Kulmbach, erst 2017 eröffnet, will Wissen schmackhaft machen, informiert über Trends aus der Ernährungsbranche. Kurse und Fortbildungen in der Genusswerkstatt geben tiefe Einblicke in Bier, Wasser, Edelbrand und Wein, ebenso in die Welt der Käse und Gewürze. „Wir wollen eine Plattform bieten vor allem für jene, die im Bereich Gastronomie und Lebensmittel unterwegs sind, anregen zum Umdenken aus eingefahrenen Gleisen“. Eine ideale Produktveredelung für einen Hofladen in der Landwirtschaft beispielsweise sei so eine Idee. Die Genussakademie sei zudem eine Säule der Premiumstrategie des Bayerischen Landwirtschaftsministeriums. Die HOGA sieht er als gute Gelegenheit, etwas bekannter zu werden, man sei mit der Resonanz zufrieden.

Irmgard Schmidt vom gleichnamigen BioHof mit Brenner Willibald.

Der Stand vom BioHof Schmidt aus Mittelehrenbach in der Nähe zum Walberla zieht ständig Kunden an, denn dort gibt es Edelbrände aus den Produkten der eigenen Streuobstwiese. Chefin Irmgard Schmidt: „Wir veredeln alte Obstsorten wie Mallebusch, Pastoren, Kongress (Birnen) und Goldparmäne, Ontario und Boskoop (Äpfel), sind seit 1994 Bioland zertifiziert. 90 Prozent der Früchte sind hier in der Fränkischen Schweiz gewachsen, Haselnuss und Himbeere kaufen wir hinzu“. Und wenn die Natur mal nicht so spendabel sei, fehle halt mal ein Jahresbrand. Die Philosophie: Möglichst vorsichtig brennen, damit die Vitamine intensiv eingebracht werden können. Und die Kulturlandschaft durch unser Tun zu erhalten. „In zwei Jahren sind wir wieder bei der Messe“, sagt Irmgard Schmidt nach der Premiere und Brenner Willibald nickt bekräftigend.

Guido Di Dio (re.), Lieferant von italienischen Spezialitäten aus Bamberg, mit Chefkoch Vincenzo.

Die Firma Di Dio aus Bamberg und mit einem weiteren Standort in Nürnberg beliefert ganz Franken, die Oberpfalz und Teile von Thüringen mit italienischen Spezialitäten. In dem besonderen Flair für Auge und Gaumen fühlt man sich wohl, wo die Bistecca Fiorenta von der Rinderrasse Chianina aus Umbrien und der Toscana köstlich beim Zubereiten duften. Und schmecken. Es gibt alle Geschmacksarten von Pasta, auserlesene Weine und alles, was Italienliebhaber sich lukullisch wünschen. Dahinter verbirgt sich Guido Di Dio, ein Bamberger mit italienischen Wurzeln, der den Betrieb seiner Eltern mit 50 Mitarbeitern weiterführt. Selbstbewusst nennt er sich der „Platzhirsch“ im Genre mit einem ganz breiten Sortiment und zahlreichen italienischen Beschäftigten. Er habe in den drei Tagen viele Kontakte knüpfen können, blickt er zufrieden zurück. Für ihn sei die mediterrane Küche deswegen gut und weltweit am Verbreitesten, weil sie vom Preis und Geschmack her alles abdeckt. Und er schimpft noch ein bisschen auf den Datenschutz, „der ist eine Katastrophe und erschwert uns das Leben arg“. Die HOGA bleibe für ihn ein bemerkenswertes Schaufenster.

Ronald Meisel von der Firma Meigo (li.) und Markus Schauer von der IREKS.

Ronald Meisel vom Unternehmen Meigo aus Schwarzach (Landkreis Kulmbach) versorgt Bäckereien und Cafés überregional mit Ladeneinrichtungen, komplett von der Planung bis zur Fertigstellung. „Unser letztes größeres Projekt war die Bäckerei Spiegel in Randersacker bei Würzburg“. Er komme seit zehn Jahren zur HOGA, da hätte man gute Ansprechpartner und eine kontinuierliche Resonanz. Der Schreinermeister beklagt etwas die Rahmenbedingungen in der Wirtschaft, da müsse sich was ändern, was die Bürokratie betrifft. „Früher war ein Schreinermeister zwei Stunden im Büro und sechs Stunden in der Werkstatt, jetzt ist er acht Stunden im Büro“. Neben ihm steht Markus Schauer von der IREKS Kulmbach, man kooperiert mit MEIGO auf der HOGA. „Wir sind auf der Messe zur Präsentation und um unsere Kernkompetenz zu stärken, stellen unsere Malze vor, von Hell bis Dunkel. Nicht nur für die Biere, sondern auch für die Geschmacksvielfalt in Brötchen und Brot in der Kruste“. Die Backwaren von IREKS und das Ambiente von MEIGO vereinen sich in Nürnberg zu einem schönes Bild. Mit einem Blick in die Zukunft meint Schauer noch, dass der Rohstoffhandel zusehends schwerer kalkulierbar werde.