Neue Regeln auf deutschen und europäischen Straßen

In diesem Jahr ändern sich mehrere Vorschriften, von denen vor allem der Lastverkehr betroffen ist

Neues Straßenverkehrszeichen: Hier ist es mehrspurigen Fahrzeugen untersagt, einspurige Fahrzeuge zu überholen. © fotohansel – stock.adobe.com

Im europäischen Ausland ändern sich im Laufe des Jahres mehrere Verkehrsregeln, von denen laut der Zeitschrift „Logistik aktuell“ auch deutsche Spediteure, Logistikdienstleister und Frachtführer betroffen sind. In Deutschland gibt es ebenfalls Neuerungen, vor allem im innerstädtischen Verkehr. Die wichtigsten Punkte:

  • In der gesamten EU dürfen ab September längere Lkw-Kabinen als bisher eingesetzt werden. Lag die Begrenzung bisher bei 2,35 Meter, dürfen es dann bis zu 90 Zentimeter mehr sein. Der Gesetzgeber verspricht sich davon neben mehr Komfort für den Fahrer auch einen geringeren Energieverbrauch – weil Entwickler bei den längeren Kabinen bessere Möglichkeiten haben, die Aerodynamik der Fahrzeuge zu verbessern.
  • In Norwegen gelten ab 15. November neue Regeln für Winterreifen an Lkw. Beim Profil wurde eine Mindesttiefe von fünf Millimetern festgelegt. Bei Vorderrädern und Antriebsachsen sind 3PMSF-Reifen Vorschrift. Schon ab 1. November muss eine ausreichende Anzahl an Schneeketten an Bord sein.
  • Einige Länder, darunter Österreich und das belgische Wallonien, erhöhen die Lkw-Maut. Ausschlaggebend sind dabei Größe und Schadstoffklassen der Fahrzeuge. In Luxemburg, den Niederlanden, Schweden und Dänemark sind die Tarife schon zum 1. Januar gestiegen.
  • In Deutschland wird ein neues Verkehrsschild eingeführt, das es Autos, Bussen und Lkw verbietet, einspurige Fahrzeuge (Fahrräder, E-Bikes, Motorroller usw.) zu überholen. Wo Fahrräder überholt werden dürfen, muss dabei ein Mindestabstand von 1,50 Metern (innerorts) bzw. zwei Metern (außerhalb geschlossener Ortschaften) eingehalten werden.
  • Fahrzeuge mit mehr als 3,5 Tonnen Gewicht dürfen innerhalb geschlossener Ortschaften beim Abbiegen nur noch Schrittgeschwindigkeit fahren. Das soll die Zahl der Unfälle mit Radfahrern verringern. Neu zugelassene Lang-Lkw müssen ab 1. Juli mit einem Abbiegeassistenten ausgerüstet sein. Ab 1. Juli 2022 gilt das auch für Bestandsfahrzeuge.
  • Nicht nur in der zweiten Reihe, sondern auch auf den durch eine gestrichelte­ Linie markierten Fahrrad-Schutzstreifen gilt ein generelles Halteverbot. Wer sich nicht daran hält, muss mit einem Bußgeld von nicht mehr nur 15, sondern bis zu 100 Euro rechnen.