IHK für Oberfranken Bayreuth

„Nacht der Bayerischen Wirtschaft“
Starker Auftritt der IHKs im Maximilianeum

Die Spitzen der oberfränkischen IHKs zusammen mit Ministerpräsident Dr. Markus Söder bei der Nacht der Bayerischen Wirtschaft.

Zur „Nacht der Bayerischen Wirtschaft“ hatten die Industrie- und Handelskammern aus dem Freistaat, die Mitglieder der Staatsregierung und die Landtagsabgeordneten aller Parteien im Bayerischen Landtag in den Senatssaal des Maximilianeums eingeladen. Nach einer ähnlichen Veranstaltung vor einem Jahr in der Bayerischen Landesvertretung in Berlin war dies nun der zweite geschlossene Auftritt der bayerischen IHKs gegenüber der Politik.

Aus Oberfranken war nahezu das komplette Präsidium nach München gereist, um ins persönliche Gespräch mit Kabinettsmitgliedern und Abgeordneten zu kommen. In einem Kleinbus hatte man sich auf den Weg gemacht – um Kosten zu sparen und um die Anfahrt für die thematische Vorbereitung zu nutzen. Und der gute Besuch der Veranstaltung gab den Kammern recht. Ministerpräsident Dr. Markus Söder war fast mit seinem kompletten Kabinett vertreten, Landtagspräsidentin Ilse Aigner begrüßte die Gäste persönlich und aus allen Fraktionen kamen Gesprächspartner ins Maximilianeum.

In einem Grußwort lobte der Ministerpräsident das Engagement der Kammern in der Politikberatung. Er befand zudem, dass es an der Zeit sei, sich zu besinnen. „Konjunktur ist kein Zufall“, stellte er fest. Alle aktuellen Wirtschaftsrisiken seien Folgen politischer Fehler. Man brauche Antworten auf die Vormachtansprüche Chinas und der USA. Statt mit einer Digitalsteuer gegen US-Konzerne vorzugehen, sei es besser, eigene Ideen zu entwickeln, mit denen sich Geld verdienen lässt.

Söder will die deutsche Tradition beenden, sich selbst zu schwächen. Man müsse etwa die „Diesel-Endlosspirale“ durchbrechen und damit aufhören, die eigene Schlüsselindustrie schlechtzureden. Auch in Sachen Energiewende sieht der Ministerpräsident einen kritischen Punkt erreicht. Nachdem der doppelte Ausstieg aus Kohle und Kernkraft bundesweit beschlossen sei, brauche Bayern dringend alternative Lösungen, sonst drohe dem Süden Deutschlands eine eigene, verteuerte Strompreiszone und die DeIndustrialisierung der Wirtschaft.

Nur wenn man uns die Freiheit lässt, können wir unsere Aufgaben für die Gesellschaft erfüllen. Nur dann können wir für Jobs, Ausbildung und Wohlstand sorgen. -Dr. Eberhard Sasse-

Nicht alle anwesenden Politiker waren der gleichen Meinung wie Ministerpräsident Söder, aber alle baten die Wirtschaft deutlich, sich politisch einzumischen. Und das taten die anwesenden Kammervertreter dann auch. Dr. Eberhard Sasse, Präsident des Bayerischen Industrie- und Handelskammertags (BIHK), forderte „ein Artenschutzprogramm für Unternehmer“. Die seien die ständige Gängelung durch Politik und Verwaltung leid. „Nur wenn man uns die Freiheit lässt, können wir unsere Aufgaben für die Gesellschaft erfüllen. Nur dann können wir für Jobs, Ausbildung und Wohlstand sorgen“, betonte Sasse.

Und in einer Diskussionsrunde zeigt IHK-Präsidentin Sonja Weigand auf, dass Oberfranken sich als Region des Wandels etabliert habe. Der Standort Oberfranken stehe heute dank gut aufgestellter Unternehmen so erfolgreich da wie nie zuvor. „Die Politik in Bayern und im Bund hat Oberfranken durch kluge strukturpolitische Maßnahmen unterstützt. Dafür danken wir und bauen zugleich darauf, dass es auch in Zukunft so bleibt“, sagte Weigand.