Titelthema – IHKs und Bayerisches Mobilfunkzentrum

Mobilfunk: Weg mit den weißen Flecken – flächendeckend LTE-Netz!

Vor der Informationsveranstaltung (v. li.): Bernhard Eder vom Bayerischen Mobilfunkzentrum, stv. HGF Wolfram Brehm, Staatssekretär Roland Weigert, HGF Gabriele Hohenner und IHK-Vizepräsident Dr. Michael Waasner.

Die Mobilfunkanbindung in Oberfranken hat sich spürbar verbessert. Noch gibt es aber etliche weiße Flecken. Dass diese so schnell als möglich beseitigt werden müssen, darüber waren sich die IHKs in Bayreuth und Coburg, das Bayerische Mobilfunkzentrum in Regensburg und Staatssekretär Roland Weigert vom Bayerischen Wirtschaftsministerium auf der Mobilfunkkonferenz in Bayreuth in den Räumen der IHK für Oberfranken Bayreuth einig. IHK-Vizepräsident Dr. Michael Waasner begrüßt die Initiative und fordert schnellere Genehmigungsverfahren beim Ausbau der Mobilfunkinfrastruktur.

„Der Erfolg der oberfränkischen Wirtschaft hängt nicht unwesentlich von den Standortqualitäten, dem Image und der Zukunftsfähigkeit der Region ab“, so Gabriele Hohenner, Hauptgeschäftsführerin der IHK für Oberfranken Bayreuth. Sie bezeichnet die Bewältigung des digitalen Wandels als wichtigste Infrastrukturaufgabe unserer Zeit. Hohenner: „Der Infrastrukturausbau beim Mobilfunk muss auf allen Ebenen vorangetrieben und als Aufgabe der Daseinsvorsorge priorisiert werden.“

Derzeit sei in vielen ländlichen Regionen Oberfrankens nicht einmal eine flächendeckende Basisversorgung gewährleistet. Wie auch Siegmar Schnabel, Hauptgeschäftsführer der IHK zu Coburg, begrüßt sie das Förderprogramm der Staatsregierung zur Beseitigung dieser weißen Flecken.

Freistaat will Löcher schließen

„Der Freistaat Bayern will die Löcher in der Mobilfunkversorgung schließen“, versichert Staatssekretär Roland Weigert. Bayern ist nach Weigerts Worten das erste Bundesland, das seine Kommunen im ländlichen Raum bei der Mobilfunkversorgung unterstützt. „Jeder soll die Chancen der Digitalisierung nutzen können. Deshalb schließen wir die Mobilfunklöcher und stellen bayernweit digitale Netze bereit.“

Deutschland im internationalen Vergleich abgeschlagen

„Nirgendwo in Europa dauert es im Durchschnitt länger, eine neue Mobilfunkstation zu bauen, als in Deutschland. Hierzulande dauert es vom Antrag bis zur Aktivierung bis zu zwei Jahre. Hier muss Deutschland schneller werden. Andere Länder schaffen das in vier bis sechs Monaten“, macht Waasner deutlich. Er verweist darauf, dass Deutschland sowohl bei der Mobilfunkerreichbarkeit als auch bei der Durchschnittsgeschwindigkeit abgeschlagen auf dem 32. Rang liegt.

Ansätze für einen beschleunigten Infrastrukturausbau

Es sei paradox, dass sich alle ein gutes Netz wünschen, aber niemand eine Mobilfunkstation in der Nähe haben möchte. Waasner: „Funklöcher lassen sich nun einmal nur mit Funkstationen schließen.“ Er macht verschiedene Anregungen, wie der Mobilfunkausbau beschleunigt werden könne. Das Spektrum reicht von der Einsichtnahme der Anbieter in Grundbücher, die Mitnutzung von In­frastruktur in öffentlicher Hand und die flächendeckende Einführung digitaler Genehmigungsverfahren mit kürzeren Verfahrensfristen bis hin zur zeitweiligen Schließung von Funklöchern durch mobile Masten.

Die Mobilfunkversorgung sei nicht nur lückenhaft und langsam, sondern auch noch deutlich teurer als im Ausland. Einen Grund für den schleppenden Ausbau sieht er in der Vergangenheit. Die extrem teure UMTS-Auktion spielte zwar vor über einem Jahrzehnt 55 Milliarden Euro in die Staatskassen, dadurch fehle aber auch das Geld für den Ausbau des Mobilfunknetzes.

Bernhard Eder vom Bayerischen Mobilfunkzentrum, angesiedelt bei der Regierung der Oberpfalz, informiert die Vertreter der Kommunen über die Fördermöglichkeiten. Rund 400 Kommunen sind bereits im Förderprogramm aufgenommen. Er appelliert an alle in Frage kommenden Kommunen, beim Ausbau der Mobilfunkinfrastruktur aktiv zu werden.

Staatssekretär Roland Weigert bei seinem Vortrag im gut gefüllten Kammersaal der IHK.