Mobile Recruiting:Wer nicht mitmacht, verliert

Studie ergab: HR-Manager müssen die Möglichkeiten mobiler Bewerbungen optimieren, wenn sie bei der Fachkräftesuche nicht ins Hintertreffen geraten wollen.

Wer beim Kampf um die besten Fachkräfte kein (oder zu wenig) Augenmerk auf die Möglichkeit mobiler Bewerbungen legt, hat in Zukunft schlechte Karten. So könnte man jedenfalls eine Untersuchung des Stellenmarktes meinestadt.de auf den Punkt bringen. Demnach gewinnen vor allem unter jungen Fachkräften mit Berufsausbildung Bewerbungen über mobile Endgeräte wie Smartphone und Tablet immer mehr an Bedeutung.

Fast die Hälfte der Befragten (46,6 Prozent) erklärte in der Studie, schon einmal eine Bewerbung abgebrochen zu haben, weil die Unternehmen nicht in der Lage waren, angemessen darauf zu reagieren bzw. nicht ausreichend vorbereitet waren.
Rund 25 Prozent haben von vornherein darauf verzichtet, sich zu bewerben, weil das per Smartphone nicht möglich war. Zehn Prozent wandten sich ab, weil die Stellenanzeige auf dem mobilen Gerät unattraktiv aussah.

Für HR-Verantwortliche wird es in Zukunft also verstärkt darauf ankommen, Stellenangebote nicht nur über den klassischen Internetauftritt zu präsentieren, sondern auch die Version für mobile Endgeräte zu optimieren. „Das mobile Zeitalter erfordert neue Ansätze im Recruiting“, fasst es die Zeitschrift „Personalwirtschaft“ zusammen. Arbeitgeber müssten die Hürden im Erstkontakt senken, zum Beispiel durch die Möglichkeit einer Kurzbewerbung. „Bewerber brauchen ein eindeutiges Signal, dass die mobile Kurzbewerbung aus Sicht der Arbeitgeber eine seriöse Bewerbung darstellt“, so die Autoren.

Aus Sicht vieler Unternehmen ist da noch eine Menge zu tun. Bewerbungen über mobile Endgeräte sind momentan nur bei knapp einem Drittel der befragten Betriebe überhaupt möglich. Und 43 Prozent haben ihre Online-Angebote noch nicht auf Mobilgeräte optimiert. Dabei sind die Chancen, auf diesem Weg begehrte Fachkräfte zu finden, enorm: Wie eine weitere Untersuchung von mobileJob.com aus dem Dezember 2018 unter nichtakademischen Bewerbern mit einer Berufsausbildung ergab, hat jeder Zweite von ihnen schon einmal eine Anstellung über eine Smartphone-Bewerbung gefunden. In der Altersgruppe der 18- bis 29-Jährigen waren es sogar 78 Prozent – wobei wiederum knapp die Hälfte auf diesem Weg bereits mehrmals Erfolg bei der Jobsuche hatte.