Innovation.Unternehmensförderung

Lichtenfelser Unternehmer erfindet umweltfreundliche Kaffeekapsel

Die capseco-Kapsel ist vollständig recycelbar.

Die Kaffeekapsel ähnelt auf dem ersten Blick den berühmten Aluminiumkapseln, die George Clooney für einen Schweizer Lebensmittelkonzern genussvoll bewirbt. Was sich hinter der transluzenten, ansonsten recht unscheinbaren Kaffeekapsel namens capseco jedoch wirklich verbirgt, lässt sich nur erahnen, wenn man weiß, dass der Lichtenfelser Sondermaschinenbauer Jürgen Müller von Müller Mechanik GmbH & Co. KG darauf ein Europäisches Patent erteilt bekommen hat.

Angefangen hat alles vor gut drei Jahren, als Jürgen Müller einen Bericht über die allein in Deutschland jährlich anfallenden 8.000 Tonnen Verpackungsmüll aus Kaffeekapseln gesehen hat. Das müsse sich ändern, beschloss er und begann zu tüfteln. Etliche Kapselmaschinenmodelle hat Müller untersucht, bis ihm schließlich die zündende Idee kam. In unzähligen Versuchen und mit der der Akribie eines Werkzeugbauers setzte er seine Idee in die Tat um, sodass er bald erste Prototypen in den Händen halten konnte.

Früh suchte er auch den Kontakt zu seiner IHK. Die Fördermittelexperten des Bereichs Innovation.Unternehmensförderung berieten Müller zum weiteren Vorgehen, stellten Kontakte zu möglichen Kooperationspartnern her und empfahlen ihm unter anderem, das Förderprogramm WIPANO zu nutzen. Mit WIPANO werden kleine und mittlere Unternehmen unterstützt, die eine Erfindung patentieren wollen. Das Programm fördert dabei nicht nur die eigentlichen Patentierungskosten im In- und Ausland, sondern unterstützt auch diverse Aktivitäten zur Verwertung der Erfindung.

Das besondere an der seit September erhältlichen capseco-Kapsel ist, dass es sich um eine flexible Mehrwegkapsel für Espresso-Kapselmaschinen handelt, die mindestens 100 Brühvorgänge mitmacht und mit einem speziellen Filtereinsatz mit 177 Aromaporen ausgestattet ist. Sie besteht aus vollständig recycelbaren Materialien, die für den Lebensmittelkontakt geeignet sind und weder Weichmacher, Bisphenol A oder Silikone enthalten. Damit beim Befüllen der Kapsel mit dem Lieblingskaffee kein Pulver auf dem Tisch landet, hat Müller auch gleich noch die passende Vorratsdose mitentwickelt, die gleichzeitig als Befüllvorrichtung dient. Zur Reinigung wird die Kapsel dann lediglich unter klarem Wasser ausgespült.  Aber nicht nur die Verwendung von capseco schont die Umwelt. Auch bei der Herstellung achtet Müller penibel auf ressourcenschonende Verfahren und produziert vor Ort. Dafür hat er eigens energiesparende Spritzgussmaschinen angeschafft. Deren Abwärme wird zur Hallenheizung genutzt.

IHK für Oberfranken Bayreuth
Dr. Dominik P. Erhard
Stv. Bereichsleiter
Innovation.Unternehmensförderung
Leiter Referat Innovation/Technologie/Gewerbliche Schutzrechte
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