IHK für Oberfranken Bayreuth

Lehrabschluss im Kammerbezirk: Fast 2000 neue Fachkräfte für Oberfranken

Fast 500 erfolgreiche Absolventinnen und Absolventen der Berufsausbildung erhielten im Rahmen einer Feierstunde des IHK-Gremiums Bamberg in der Konzert- und Kongresshalle ihre Abschlusszeugnisse.

Oberfranken bildet quantitativ und qualitativ hervorragend aus. Bei den Lehrabschlussprüfungen im Sommer 2018 bestanden knapp 2.000 Prüflinge. 75 Prozent hatten ihre Lehre in kaufmännischen Berufen und 25 Prozent in gewerblich-technischen Berufen erfolgreich abgeschlossen. Mit zehn bayernbesten und zwei bundesbesten Absolventen konnten die Mitgliedsunternehmen der IHK wieder zeigen, dass sie bei der Qualität ihrer Mitarbeiter ganz vorne liegen. Von den insgesamt 1.995 erfolgreichen Absolventen konnten 149 die Note 1 erreichen. Zwei IHK-Gremien durften besonders stolz sein, denn in Kulmbach und in Lichtenfels ist bei den gewerblichen Prüfungen, die als besonders anspruchsvoll gelten, kein einziger der insgesamt 74 Teilnehmer durchgefallen, 25 erreichten die Note 1.

Eine bayernbeste Absolventin näher vorgestellt

Alle sind sehr stolz beim Modekaufhaus FREY in Marktredwitz auf Maria Reber, die ihre Ausbildung zur Gestalterin für visuelles Marketing als beste Absolventin in ganz Bayern abgelegt hat. Resi Popp von der Leitung des Modehauses legt extrem viel Wert auf die Präsentation der Waren und eine attraktive Gestaltung des ganzen Hauses. „Wir treten gegen den Kauf im Internet an und wollen unseren Kunden ein echtes Einkaufserlebnis bieten, sie sollen sich bei uns wohl fühlen“, so ist der Anspruch des Hauses, das schon immer einen hohen Modegrad hatte. Der Weg vom Marktplatz ins Einkaufszentrum führt direkt durch das Haus und natürlich sollen die potenziellen Kunden in die anderen Etagen gelockt werden und dort shoppen. Maria Reber kam nicht zufällig zu ihrem Beruf: „Nach der FOS mit Richtung Kreativität und Gestaltung suchte ich nach einem Lehrberuf mit einer entsprechenden Herausforderung. Die Berufsberatung und eigenes Engagement haben mich auf den richtigen Weg und schließlich zu FREY gebracht.“

409 Auszubildende in 33 Jahren

Wer denkt, dass der Beruf nur das Anziehen von Schaufensterpuppen und ein bisschen Dekoration umfasst, der liegt völlig falsch. „Wir sind bei den Modepräsentationen für die kommenden Saisons mit dabei, planen gemeinsam für unsere Modehäuser in Marktredwitz und Cham eine Gestaltungslinie, die wir dann vor Ort ausbauen. Dann wird geschreinert, gestrichen und dekoriert, denn wir sind auch ganz bodenständige Praktiker“, so Reber. Zum Handwerkszeug gehören Hammer und Bohrschrauber genauso wie Computer und Digitalfoto. Berufliche Bildung ist bei FREY sehr wichtig und derzeit sind von den 117 Mitarbeitern 17 in Ausbildung. „Wir brauchen alle, die Jugend und ihre frischen Ideen sind unsere Zukunft“, sagt Resi Popp. Als sie dann noch von der IHK erfährt, dass in den letzten 33 Jahren 409 junge Leute bei Frey ausgebildet wurden, ist sie begeistert: „Dass es so viele waren, weit mehr als das Dreifache der heutigen Mitarbeiterzahl, hab ich gar nicht realisiert.“ Hinter dem großem Erfolg von Maria Reber steht natürlich eine versierte Ausbilderin. Jutta Hößl ist Chefin der „Deko“, wie man bei FREY kurz und treffend sagt, eine wesentliche Stütze des Erfolges im Modehaus. Mit 43 Jahren Betriebszugehörigkeit ist sie erfahren wie kaum jemand. „Wir sind ein tolles Team, haben jeden Tag Spaß an der Arbeit und können unsere Liebe zur Gestaltung ausleben“, so ihre Überzeugung.

Schon viele Einser-Absolventinnen, jetzt die erste „Bayernbeste“

Hößl gesteht allerdings auch, dass sie vor jeder Abschlussprüfung in Nürnberg noch viel nervöser ist als ihre Auszubildenden. „Haben wir alles dabei, wenn wir losfahren; haben wir heute einen guten Tag und werden wir gegenüber den anderen wieder eine gute Leistung zeigen können?“, das geht ihr durch den Kopf, bis sie endlich angekommen sind. Die „Deko“ bei FREY ist mit 5 Mitarbeitern von 117 ungewöhnlich stark besetzt und das ist eine sehr bewusste Entscheidung. „Wir leben von der erstklassigen Präsentation der Waren und von unserer professionellen Beratung“, so das Statement von Resi Popp. Und sie weiß, dass dieses Jahr etwas Besonderes passiert ist: „Jutta Hößl hat schon viele Einser-Absolventinnen bei FREY ausgebildet, aber mit Maria Reber haben wir erstmals eine Bayernbeste, eine wahre Nummer 1“. Dieses Jahr kommt die Beste also eben nicht aus den bayerischen Einkaufzentren Nürnberg oder München, sondern aus Marktredwitz in Oberfranken.

Stolz wie die Weihnachtsengel bei FREY (v. li.): Ausbilderin Jutta Hößl, die bayernbeste Gestalterin für visuelles Marketing Maria Reber und Resi Popp von der Leitung des Modehauses in Marktredwitz.

Bundes- und Bayernbeste

Lisa Gallitz, Technische Produktdesignerin, Power-Cast Zitzmann GmbH & Co. KG, Stockheim

David Tröger, Technischer Systemplaner, Metallbautechnik, LAMILUX Heinrich Strunz GmbH, Rehau

Bayernbeste

Michaela Bartilla, Produktionsmechanikerin-Textil, medi GmbH & Co. KG, Bayreuth

Sonja Greger, Stoffprüferin, Didier-Werke AG, Marktredwitz

Denise Klinke, Verkäuferin, Norma Lebensmittelfilialbetrieb, Lichtenfels

Maria Reber, Gestalterin für visuelles Marketing, Freiwahl Kaufhaus GmbH & Co. Centrum KG, Marktredwitz

Samuel Schneider, Elektroniker für Betriebstechnik, TenneT TSO GmbH, Bayreuth

Stefanie Stehli, Industrieelektrikerin, Omexom Frankenluk, Bamberg

Felix Szameitat, Fachkraft für Lagerlogistik, Auto Müller GmbH & Co. KG, Hof

Marco Walter, Verfahrensmechaniker für Kunststoff-und Kautschuktechnik, REHAU AG + Co., Rehau