Editorial

Klimaschutz braucht wiederm mehr Eigenverantwortung

Gabriele Hohenner, Hauptgeschaftsführerin

Die Unternehmen bekennen sich zum Klimaschutz und setzen auf mehr Eigenverantwortung. Allerdings belasten derzeit viel zu hohe Stromkosten die Unternehmen, wie der aktuelle Energiewendebarometer des DIHK zeigt. Eine dringend erforderliche Entlastung bei den Strompreisen sichert und verstärkt den Anreiz für den Einsatz klimaschonender Technologien. Außerdem würde das den finanziellen Spielraum für die dafür notwendigen Investitionen eröffnen, zu denen unsere Mitgliedsunternehmen durchaus bereit sind. Nach einer aktuellen DIHK-Umfrage kümmern sich die bayerischen Firmen schon viel um Klimaschutz und Energieeffizienz. 80 Prozent haben schon entsprechende Maßnahmen umgesetzt, bei der Industrie sind es sogar schon 94 Prozent.

Die bayerische Wirtschaft hat schon vor 19 Jahren mit der Staatsregierung eine freiwillige Selbstverpflichtung im Rahmen des „Umweltpaktes“ abgeschlossen. Das war sehr erfolgreich, denn auch bei der aktuell laufenden Periode, von 2015 bis 2020, wurden bisher 97 Prozent der Projekte umgesetzt oder befinden sich in der fortlaufenden Umsetzung. Nach 20 erfolgreichen Jahren wird der Umweltpakt 2020 zu einer Umweltpartnerschaft, in der Wirtschaft und Freistaat konstruktiv zusammenarbeiten. Handeln aus eigener Überzeugung ist also deutlich erfolgreicher als Verbote und belastende steuerliche Maßnahmen.

In Oberfranken gibt es sehr viele Firmen, die den Klimaschutz energisch mit nachhaltigen Investitionen vorantreiben. Einige aktuelle Erfolge zeigen das eindrucksvoll. So ist es dem Handelshaus Baur gelungen, seit 2006 den CO?-Ausstoß von 19.814 auf 9.514 Tonnen zu reduzieren, für ein nichtproduzierendes Unternehmen ein hervorragender Wert. Die NATURSTROM AG, seit mehr als 20 Jahren ein Schwergewicht für Ökostrom und Biogas, zeigt mit guten Betriebszahlen, dass Ökologie und Ökonomie sich auch auf der Herstellerseite von Energie rechnen können. Heinz Glas, eines der ältesten Unternehmen unserer Region, investiert in eine neue sparsame elektrische Glasschmelzwanne, die mit Ökostrom betrieben wird. Schon 2016 hat sich das Unternehmen entschieden, die letzte gasbetriebene Schmelzwanne abzuschalten.

Bleiben den Unternehmen also Mittel, die sie in Klimaschutzprojekte investieren können und die sie nicht in einen Umverteilungskreislauf abgeben müssen, geschieht effektiv etwas für die Umwelt. Bei der öffentlichen Vollversammlung in Forchheim machte IHK-Vizepräsident Dr. Michael Waasner deshalb den Vorschlag, statt einer CO?-Steuer eine Verpflichtung zur Bildung von Rückstellungen für Umweltinvestitionen zu ermöglichen. So würde das Geld bilanziell im Unternehmen verbleiben und stünde zielgerichtet für betriebliche Investitionen in Klimaschutzmaßnahmen zur Verfügung. Der bayerische Umweltminister Thorsten Glauber, Hauptredner der Veranstaltung, fand den Vorschlag sehr zielführend und versprach, den Gedanken in die Ministerrunde einzubringen.

Die oberfränkischen Unternehmen sind beim Klimaschutz auf dem richtigen Weg. Gehen auch Sie mit!

Ihre Gabriele Hohenner
IHK-Hauptgeschäftsführerin