Editorial

Jetzt den Standort stärken!

Gabriele Hohenner, Hauptgeschaftsführerin

Oberfranken zeichnet sich als guter Standort für die heimische Wirtschaft aus. Die ausgezeichneten Facharbeitskräfte sind die Triebfeder für die gute Entwicklung der letzten zehn Jahre. Das Werkstoff-Know-how der Mitarbeiter hat auch den Strukturwandel von der früher krisengeschüttelten Industrieregion mit sehr einseitigem Schwerpunkt Keramik und Textil hin zu einer breit aufgestellten Wirtschaftsstruktur ermöglicht. Die Infrastruktur ist noch nicht perfekt, aber gut ausgebaut, ein flüssiger Verkehr und eine sichere Versorgung mit Energie sind im Gegensatz zu den völlig überlasteten Ballungsräumen noch gewährleistet. Von ihrem Lohn können sich die Mitarbeiter unserer Unternehmen etwas leisten. Die reale Kaufkraft ist sehr hoch, da die Lebenshaltungskosten maßvoll sind.

Zufrieden zurücklehnen wollen wir uns allerdings nicht. Infrastruktur muss erhalten werden, Investitionen müssen eingefordert werden. Im Schienenverkehr gibt es noch große Lücken bei der Elektrifizierung und der Breitbandausbau in der Fläche kommt eher gemächlich voran. Zusammen mit vielen Netzwerkpartnern arbeitet die IHK intensiv an diesen Themen, aber wirklich voran kommen wir nur gemeinsam. Von der Metropolregion Nürnberg über Oberfranken Offensiv bis zu eher lokalen Netzwerken wie Kronach Creativ, der Wirtschaftsregion Bamberg-Forchheim oder der Wirtschaftsregion Hochfranken spannt sich dieser Bogen der Aktivitäten, mit welchen wir das Image und damit die Attraktivität der Region verbessern wollen. Über unser Ehrenamt sind wir in vielen dieser Initiativen hochrangig vertreten und können so viele Kräfte bündeln.

Um auch den Handel und die Dienstleistungen vor Ort stärken zu können, geht die IHK mit ihren lokalen Gremien das Thema Innenstadtentwicklung an. Bisher gab es schon Besuche bei den Innenstadthändlern in Lichtenfels, Bamberg und Kulmbach. Bayreuth wird bald folgen. Es sind viele kleine Schritte nötig, um unsere Zentren wieder attraktiv zu gestalten und mehr Frequenz zu schaffen. Öffentlichen Raum und Gebäude kann man mit Investitionen verbessern, in Teilen unseres IHK-Bezirkes gibt es dafür auch schon staatliche Förderungen. Es wird aber nicht ausreichen, baulich aktiv zu werden, Innenstädte brauchen Attraktionen und Aktionen. Dafür müssen Werbegemeinschaften, Gastronomen, Händlervereinigungen und auch die Kommunen selbst Ideen entwickeln und in die Realität umsetzen.

Der Fachkräftemangel hat zuletzt dafür gesorgt, dass das Regionalmarketing, das Werben für den Standort Oberfranken, in den Fokus vieler Unternehmen gerückt ist. Und in der Tat kann jeder ein kleines Stück beitragen, um Oberfranken als Region zum Leben und Arbeiten noch etwas attraktiver zu machen. Nutzen Sie auch Gespräche mit Ihren Kunden und Lieferanten, um für die Region zu werben. Vermitteln Sie bei Bewerbungsgesprächen nicht nur die Vorzüge Ihres Unternehmens und des Arbeitsplatzes, sondern zeigen Sie auf, was Oberfranken zu bieten hat.

Für einen Imagewandel und ein erfolgreiches Regionalmarketing braucht es das Engagement vieler. Wenn wir alle gemeinsam anpacken, wird aus vielen kleinen Aktionen eine Bewegung entstehen. Machen Sie mit! Stärken auch Sie unseren Standort Oberfranken!

Ihre
Gabriele Hohenner
Hauptgeschäftsführerin