15. IHK-Patentforum Nordbayern

Innovationskraft und Wettbewerbsvorteile durch Patente

Die Referenten und Organisatoren des 15. IHK-Patentforums Nordbayern (v. re.): Frank Albert (IHK Würzburg-Schweinfurt), Dr. Robert Schmidt und Dr. Elfriede Eberl (beide IHK Nürnberg für Mittelfranken), Dr. Bodo Kappes (Deutsches Patent- und Markenamt), Pia Björk (Europäisches Patentamt), Thorsten Hachmann (Erich Netzsch GmbH & Co. Holding KG), Bruno Götz (Patentzentrum Bayern) und Dr. Dominik Erhard (IHK für Oberfranken Bayreuth).

Welchen hohen Stellenwert Patente für die Unternehmen haben, zeigte sich an den Teilnehmern des diesjährigen IHK-Patentforums am 23. Mai in Ansbach. Rund 50 Vertreter und Vertreterinnen von Unternehmen aller Branchen und Größenordnungen sowie aus der Wissenschaft und der Patentbranche tauschten sich intensiv mit den Vortragenden aus.

Die Region Nordbayern hat demnach einen Anteil von 12,5 Prozent an allen deutschen Patentpublikationen.

Nach der launigen Begrüßung durch Ansbachs Oberbürgermeisterin Carda Seidel stellte Dr. Robert Schmidt, Geschäftsbereichsleiter Innovation/Umwelt der IHK Nürnberg für Mittelfranken, die Erkenntnisse des im März erschienenen IHK-Reports „Patente in Bayern 2019“ vor. Die Region Nordbayern hat demnach einen Anteil von 12,5 Prozent an allen deutschen Patentpublikationen. Der Patentinnovationsindex (PII) – ein Maß für die Innovationsstärke – beträgt für Nordbayern 1,9 und ist damit sogar fast doppelt so hoch wie der bundesdeutsche PII von 1,0.

Dr. Bodo Kappes, Patentprüfer beim Deutschen Patent- und Markenamt (DPMA), berichtete von den Herausforderungen steigender Anmeldezahlen, zunehmender Veröffentlichungen zum Stand der Technik und geringem Personalzuwachs beim DPMA. Neben den umfangreichen Investitionen des DPMA mit dem Ziel einer beschleunigten Bearbeitung der Patentakten erläuterte Kappes, welche vielfältigen Möglichkeiten sich dem Patentanmelder und der -anmelderin bieten, um dennoch schnell ein Prüfungsverfahren durchlaufen zu können.

In eine ähnliche Kerbe schlug Pia Björk, Senior Advisor des Europäischen Patentamts (EPA), die die Early Certainty Initiative des EPA vorstellte. Das Ziel ist die beschleunigte Erlangung eines Europäischen Patents bei gleichzeitig hoher Qualität der Patentprüfung. Den Patentanmeldenden bieten sich an etlichen Stellen im Verfahren Beschleunigungsmöglichkeiten. Im Interesse einer schnellen Klärung sind die Prüfer und Prüferinnen des EPA dazu angehalten, vermehrt telefonisch mit dem Anmelder oder der Anmelderin Lösungswege zu diskutieren.

Einen Einblick in die umfangreichen Aufgaben des Schutzrechtsmanagements eines größeren mittelständischen Familienunternehmens gab Thorsten Hachmann, Head of IP-Management bei Erich Netzsch GmbH & Co. KG aus Selb. Die Besonderheit besteht für Hachmann und sein Team darin, drei völlig unterschiedliche Geschäftsbereiche unter einen Hut zu bekommen – von Hightech-Analytikgeräten über Misch- und Dispergiermaschinen bis hin zu Pumpen aller Art. Mit der Netzsch Digital Unit kommt nun ein vierter Bereich mit ganz speziellen Anforderungen dazu. Hachmann warb dafür, einerseits, das IP-Management frühzeitig in Entwicklungsprojekte einzubinden und andererseits sowohl durch wiederkehrende Termine als auch in informellen Gesprächen immer wieder den Kontakt zu den Erfindern und Erfinderinnen zu suchen.

Das Ziel ist die beschleunigte Erlangung eines Europäischen Patents bei gleichzeitig hoher Qualität der Patentprüfung. Den Patentanmeldenden bieten sich an etlichen Stellen im Verfahren Beschleunigungsmöglichkeiten.

Der Leiter des Patentzentrums Bayern, Bruno Götz, beleuchtete neue Möglichkeiten der Technologie- und Konkurrenzbeobachtung durch die Nutzung patentbasierter Analysen. Eine rein quantitative Betrachtung von Anmeldezahlen kann in die Irre führen, da sich immer mehr Unternehmen von einer erfindungsgetriebenen IP-Strategie abkehren und hin zu einer wertgetriebenen wenden. Götz stellte eine Reihe an Wertindikatoren vor, mit denen man die für einen Markt wichtigsten Schutzrechte und Player herausfiltern kann.

IHK für Oberfranken Bayreuth
Dr. Dominik P. Erhard
Stv. Bereichsleiter Innovation.Unternehmensförderung
0921 886-247
erhard@bayreuth.ihk.de