IHK-Innovationsempfang zu den Energiekonzepten der Zukunft

Nichts prägt das Leben unserer globalisierten Gesellschaft und Wirtschaft so sehr wie der Megatrend Mobilität. Für den Alltag und das gesamte Wirtschaftssystem gilt es zukünftig, Mobilitätswünsche und Anforderungen ökonomisch, bequem und nachhaltig umzusetzen. Enormes Potenzial steckt dabei vor allem im Bereich der Elektromobilität. Beim Innovationsempfang der IHK für Oberfranken Bayreuth diskutierten rund 110 Gäste über Sichtweisen, Chancen und Herausforderungen zum Thema des Abends.

Zum Innovationsempfang konnte die IHK zahlreiche interessierte Besucher begrüßen.

Zunehmende Digitalisierungsprozesse werden nicht nur wirtschaftliche Strukturen, sondern auch private Lebensbereiche maßgeblich verändern. Auf ihrem diesjährigen Innovationsempfang wagte die IHK für Oberfranken Bayreuth daher gemeinsam mit ihren Gästen einen Blick in die bevorstehenden Entwicklungen unserer Mobilität. Experten sind sich sicher, dass die Wirtschaftszweige der Zukunft vor allem in neuen Mobilitätsmodellen mit modernen Energie- und Ressourcenkonzepten liegen. Auch IHK-Präsidentin Sonja Weigand sieht gerade in der E-Mobility große Chancen für die oberfränkische Wirtschaft: „Wir sind davon überzeugt, dass sich die Elektromobilität in den kommenden Jahren zum lukrativen Wachstumsmarkt entwickeln wird, an dem immer mehr Unternehmen auch jenseits der Automobilindustrie partizipieren“, so Weigand in ihrer Begrüßung. Umso mehr müsse man der Frage nachgehen, was man zukünftig von der New Mobility erwarten könne, pflichtete ihr der Gastgeber und Vorsitzende des IHK-Innovationsausschusses Dr. Heinrich Strunz bei. Dabei ist die Technologie des Elektroantriebs keinesfalls neu, wie im Rückblick des IHK-Vizepräsidenten auf die Historie deutlich wird. Bereits im Jahr 1881 wurde durch die Entwicklung von Fahrzeugen mit Elektroantrieb ein erster Grundstein für aktuelle Mobilitätskonzepte gelegt.

Mobilitätsplan der Zukunft

Wie nachhaltige Mobilitätsstrategien und -strukturen aussehen können, zeigte Keynote Speaker Dr. oec. Hans-Peter Kleebinder. Unter dem Titel „#NEW Mobility – grün, sicher, vernetzt“ stellte der unabhängige Experte für Mobility, Brand und Social Media seine Hypothesen vor. Mit über 20 Jahren Erfahrung in Vertrieb, Marketing und Kommunikation bei BMW, MINI und Audi sieht er die Zukunft der Automobilbranche vor allem in digitalen Mobilitätswelten. Insbesondere moderne Technologien und gesellschaftliche Veränderungen stellen neue Anforderungen an die Fortbewegungsmittel unserer Zeit. Intelligente Fahr- und Infrastruktursysteme werden daher stark an Bedeutung gewinnen und in ganzheitliche Mobilitätskonzepte eingebunden sein. Die Chancen im Bereich E-Mobility versprechen mehr Gesundheit, Sicherheit und eine höhere Lebensqualität. Mit besserer Sicherheitstechnik, mehr Flexibilität durch Sharing-Konzepte und ohne lokale Emissionen hat die Elektromobilität enormes Potenzial, das es für die Wirtschaft zu nutzen gilt.

Beim Innovationsempfang waren (v. re.): IHK-Vizepräsident Jörg Lichtenegger, IHK-Vizepräsident Hans Rebhan, Wirtschaftsredakteuer Matthias Will, Dr. oec. Hans-Peter Kleebinder, IHK-Präsidentin Sonja Weigand, Robert Martin, HGF Gabriele Hohenner, Prof. Dr.-Ing Michael Danzer, Unternehmer Mario Münch, IHK-Vizepräsident Dr. Heinrich Strunz, IHK-Vizepräsident Michael Möschel und IHK-Vizepräsident Dr. Michael Waasner aktiv.

Bessere Rahmenbedingungen schaffen

In der anschließenden Podiumsdiskussion waren sich die Experten und Vertreter aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Verwaltung einig: Um die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Automobilindustrie weiterhin gewährleisten zu können, müssen die Rahmenbedingungen deutlich verbessert werden. „Gerade im Hinblick auf das Thema der Elektromobilität als Wirtschaftszweig der Zukunft muss ein Umdenken stattfinden. Nur durch eine vernünftige Energie- und Förderpolitik, abgestimmt auf die Bedürfnisse der Wirtschaft, können unsere Unternehmen ihre Innovationsstärke ausbauen“, bekräftigt IHK-Vizepräsident Michael Möschel in der Runde. Die Frage, die auch das Publikum bewegte, inwieweit sich die deutschen Betriebe am Markt etablieren können, wird sich laut Experten vor diesem Hintergrund erst in den nächsten Jahren zeigen.

Oberfranken als Innovationsregion

Als Standort für mehr als 200 Automobilzulieferbetriebe sind die Entwicklungen der Elektromobilität für Oberfranken besonders relevant. Um im Transformationsprozess der New Mobility in Konkurrenz zu Nationen wie China nicht das Nachsehen zu haben, ist es unerlässlich, jetzt zu handeln. In seinem Schlusswort verweist IHK-Vizepräsident Hans Rebhan auf die bereits bestehende Vernetzung zwischen Wirtschaft und Wissenschaft, die einen großen Beitrag dazu leisten kann. Um die Zusammenarbeit zu intensivieren und vorhandene Kompetenzen zu bündeln, wird eine neue Arbeitsgruppe zum Thema „Elektromobilität in Oberfranken“ ins Leben gerufen. Im Namen des IHK-Innovationsausschusses lädt Hans Rebhan alle Fachkundigen aus den Unternehmen und der Wissenschaft dazu ein, sich in diese einzubringen.