DIHK

IHK-Bildungspreis 2020 honoriert Inklusion, Feedbackkultur und Digitalisierung

Die Sieger des diesjährigen IHK-Bildungspreises, der in Berlin verliehen wurde.

Ein Robotik-Unternehmen, ein Hotel, eine Consulting AG und ein Spanntechnik-Unternehmen – das sind die Sieger des diesjährigen IHK-Bildungspreises, der in Berlin verliehen wurde.

Unter den kleinen Unternehmen konnte sich E-Solutions aus Thüringen durchsetzen: Das Unternehmen bietet Schülerinnen und Schülern am Wochenende Robotik-AGs an: Die jungen Menschen entwickeln, bauen und programmieren selbst Roboter. Digitalisierung zum Anfassen.

Bei den mittleren Unternehmen gewann Nells Park Hotel aus Trier den Bildungspreis: Das Familienunternehmen hat seine Azubi-Bewerbungen versechsfacht – mit seinem Programm „Move-up“, bei dem die jungen Menschen praktische Erfahrungen und Wissen austauschen, aber auch in stetem Feedback-Austausch mit ihren Ausbildern stehen.

In der Kategorie der großen Unternehmen gewann BTC, die Business Technology Consulting AG, aus Oldenburg. Sie hat ein Programm zur Inklusion körperlich oder psychisch beeinträchtigter Menschen und Menschen mit Entwicklungsstörungen aufgesetzt: Inselbegabungen und besondere Fähigkeiten der jungen Leute werden so entdeckt und gefördert – mit ausgesprochen positiven Auswirkungen aufs Betriebsklima.

Der Sonderpreis wird Projekten jenseits einer ausgezeichneten Aus- und Weiterbildung verliehen, Experimente und neue Ansätze, die aufzeigen, dass es sich lohnt, manches auszuprobieren. Er ging in diesem Jahr an die H.-D. Schunk GmbH und Co. Spanntechnik KG für ihr Austauschprogramm ihrer Auszubildenden mit einer benachbarten Werkstatt für Menschen mit Behinderungen. Das Ziel des Unternehmens ist es, den Inklusionsgedanken weiter zu verbreiten und so für mehr Akzeptanz und Lebensqualität zu sorgen.

Sie wurden aus den zwölf Finalisten ausgewählt, die bei der Preisverleihung im BCC Berlin ihre Aktivitäten rund um die Berufliche Bildung in informativen Bewerbungsfilmen zeigten. Ein gutes Mittel, auch andere Betriebe zu Ähnlichem zu animieren und zu inspirieren.

Die Frau des Bundespräsidenten und Ehrengast der Preisverleihung Elke Büdenbender beschrieb die Qual der Wahl junger Menschen, nach der Schule den für sie richtigen Weg zu wählen. Der Aus- und Weiterbildung käme dabei eine besondere Bedeutung zu: „Das deutsche Bildungssystem bietet so viele Möglichkeiten für eine gute und solide Basis, die nicht kaputt­gemacht werden sollten, weil sie vielleicht als oldschool gelten. Für manche ist das Studium das Richtige, für andere die Ausbildung. Viel spricht für Ausbildung, vor allem die hohe Qualität und die Vielfalt!“

DIHK-Präsident Eric Schweitzer rief Betriebe dazu auf, in ihren Bemühungen um eine nachhaltige Bildung ihrer Mitarbeiter nicht nachzulassen. Gerade in Zeiten der Veränderung sei es wichtig, dass die Menschen verstehen, warum Bildung notwendig ist: „Bildung eröffnet den Jungen, aber auch den Älteren unter uns die Chance, ihr Leben aktiv zu gestalten. Umso mehr sollten wir es würdigen, dass Unternehmen durch Aus- und Weiterbildung ihre Belegschaft qualifizieren und Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dabei unterstützen, sich auch persönlich weiterzuentwickeln. Wenn in den nächsten Jahren Millionen erfahrene Fachkräfte der Baby-Boomer-Generation in den Ruhestand gehen, ist dies die Chance zu zeigen, was wir können.“

Schweitzer ermutigte die Unternehmerinnen und Unternehmen, den rasanten Veränderungen nicht zögerlich oder gar mit Angst zu begegnen, sondern die Chancen zu erkennen und zu nutzen.

Für berufliche Bildung zu werben, das unternehmerische Engagement durch den gemeinsamen Austausch zu unterstützen und innovative Ideen im Alltag der Menschen zu etablieren – das sind die Ziele des IHK-Bildungspreises. Er wird seit 2014 an Unternehmen verliehen, für die berufliche Bildung einen wesentlichen Faktor der Personalpolitik darstellt. Der Preis wird getrennt nach Unternehmensgrößen an kleine Unternehmen bis 50 Mitarbeiter, mittlere Betriebe mit 50 bis 500 Mitarbeitern und große Unternehmen mit mehr als 500 Mitarbeitern vergeben.

Die Unternehmen bewerben sich selbst um den IHK-Bildungspreis. Eine hochkarätige Fachjury bestehend aus fünf Personen schickt die besten zwölf Bewerber durch ihre Auswahl ins Finale. Die Finalisten präsentieren sich mit ihren Bewerbungsfilmen der 300-köpfigen Ehrenamts-Jury, die die vier Gewinner am Abend des Bildungspreises live auswählt.