Handel und die Innenstadt – IHK-Gremien sind vor Ort für Händler da

„Nicht größenwahnsinnig sein“: Keine Ladenketten in Lichtenfels, sondern viele schöne Boutiquen.

Die Attraktivität von Städten und Gemeinden ist für die Lebensqualität von großer Bedeutung und wird in Zeiten des demografischen Wandels und des Fachkräftemangels ein zunehmend wichtiger Standortfaktor für Kommunen und die ansässige Wirtschaft. Oberfranken ist mit seiner Vielzahl an kleineren und mittleren Städten hiervon besonders betroffen. Stadtplanung, Stadtmarketing, lokaler Handel und Gastronomie sowie die Akteure aus Freizeit und Kultur können nur gemeinsam Orte mit hoher Aufenthaltsqualität gestalten. Die IHK für Oberfranken Bayreuth greift das Thema Handel und die Innenstadt auf. Unter dem Motto „Innenstadtentwicklung: Die Mitte neu erfinden“ besuchten bereits die IHK-Gremien Lichtenfels, Bamberg und Kulmbach Innenstadthändler in ihren Geschäften, um sich ein Bild vor Ort zu machen. Das IHK Gremium Bayreuth wird in Kürze folgen.

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Der Handel ist im Wandel, in allen oberfränkischen Kommunen. Der IHK geht es darum, nicht über das zu reden, was nicht geht, sondern über das, was zur Belebung des innerstädtischen Einzelhandels möglich ist. Nach einer aktuellen Umfrage der Deutschen Presseagentur verzeichneten bayerische Innenstädte in den vergangenen Jahren bis zu 25 Prozent Kundenrückgang. So ist es das Ziel der Kammer, wieder mehr Handel in die Innenstadt zu holen. Das kann aber nur gelingen, wenn man die stark veränderten allgemeinen Voraussetzungen wie Online-Handel und geändertes Verbraucherverhalten sowie spezifisch örtliche Bedingungen wie Mietpreise, Parkplätze oder Verkaufsflächen in der Innenstadt berücksichtigt. Zu wenig Fachkräfte, eine Verkehrsführung, die Besucher um die Innenstadt herumleitet, ein verwirrendes Parkleitsystem, Parkhäuser, bei denen man sich vorher entscheiden muss, wie lange man drinnen bleibt: In den Diskussionen wird vieles kritisiert. Fast alle Händler beklagen, dass die Laufkundschaft ausbleibe. Zu wenige Frequenzbringer gebe es seit dem Wegzug vieler Geschäfte in Randlagen.

Wohnen in der Innenstadt wird verstärkt Thema. Leerstände in Nebenlagen der Zentren können nicht mehr automatisch mit Läden wiederbelebt werden. Ganz wichtig ist die Frage, wie anderweitige Neunutzungen finanziert werden können. Die Städte wehren sich gegen die Forderung, Häuser in der Innenstadt aufzukaufen, um sie dann für Wohnraum zu sanieren. Sie können potenzielle Investoren aber mit der Vermittlung von Förderprogrammen unterstützen. Die Innenstadt für Familien attraktiver machen: Auch da gibt es Nachholbedarf. Eine andere Vision: „Die Besonderheiten einer kleinen fränkischen Stadt rauskitzeln“.

„Es geht um die Frequenz, auch bei Woolworth in Kulmbach“, so Filialleiterin Sabrina Tröger.

Innenstädte mit Durchgangsverkehr beleben? Beim Reizthema „Öffnung der Fußgängerzone für motorisierten Verkehr“ prallen die Meinungen aufeinander. „Kleinstädte mit einer Fußgängerzone sind der Tod einer Innenstadt“, davon sind viele Händler überzeugt. Das lockt nur „die 18- bis 25-Jährigen mit Riesenauspuff“ und Motorradfahrer, die mit ihrem Lärm diejenigen stören, die ihren Kaffee oder Flammkuchen vor den Lokalen genießen wollen.

Lebendige Städte brauchen Veränderungen. So gibt es für Senioren, die nicht mehr so mobil sind, zentrumsnah zu wenig Wohnraum. Etliche „Best-Ager“ bekommen keinen Platz in einem Altenwohn- oder Pflegeheim vor Ort. Gäbe es hier Wohnraum für sie, würden sie auch in der Innenstadt einkaufen und diese beleben. Fest steht: Die Akteure in den Innenstädten können ihre Probleme nur lösen, wenn alle in einem Boot sind. Die IHK-Gremien vor Ort setzen sich dafür ein und bringen bei ihren Innenstadtrundgängen die Interessensgruppen zusammen. Sie möchten sich als Händler vor Ort einbringen? Bitte kontaktieren Sie uns.

IHK für Oberfranken Bayreuth

Thomas Zapf
Handelsreferent
Tel.: 0921 886-104
E-Mail: zapf@bayreuth.ihk.de