Gut geschützt

Angesichts immer vielfältigerer Angriffe aus dem Netz müssen sich Unternehmen inzwischen auch gegen finanzielle Folgeschäden absichern. Versicherer reagieren verstärkt mit Angeboten, die sich an den unterschiedlichen Schadensszenarien orientieren und einem ganzheitlichen Ansatz folgen.

Die Informationstechnologie bestimmt mittlerweile weite Teile des gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Lebens. Der schnelle technologische Wandel hat das Internet längst auch zum Knotenpunkt der Industrie gemacht, und Produktionsprozesse sind im Rahmen der sogenannten Industrie 4.0 weltweit vernetzt.

Im Gegensatz zur Absicherung einzelner Cyberrisiken auf individueller Basis bieten aktuelle Cyber-Versicherungslösungen mit modularem Aufbau einen ganzheitlichen Ansatz zum Risikotransfer an.

Gefahren aus dem Netz

Die Folge: Unternehmen stehen immer stärker im Fokus von Internetkriminellen. Laut einer Studie des Digitalverbandes Bitkom von 2017 wurde in den vergangenen Jahren mehr als die Hälfte der Unternehmen (53 Prozent) in Deutschland bereits Opfer von Wirtschaftsspionage, Sabotage oder Diebstahl. Entstanden sei so ein Schaden von rund 55 Milliarden Euro pro Jahr. In jedem sechsten Unternehmen (17 Prozent) wurden demnach sensible digitale Daten gestohlen. Vor allem Kommunikationsdaten wie E-Mails (41 Prozent) oder Finanzdaten (36 Prozent) fielen dabei häufig in die Hände der Angreifer. Selbst mit Abwehrmechanismen sind produzierende Industrieunternehmen nicht vor Risiken durch Cybercrime gefeit. Vor allem die finanziellen Folgen daraus sind schwer kalkulierbar. Längst hat daher die Versicherungsbranche auf diese Situation reagiert und bietet zusätzliche Absicherung gegen Schäden durch Cyber-Angriffe.

Ganzheitliche Lösung

Im Gegensatz zur Absicherung einzelner Cyberrisiken auf individueller Basis bieten aktuelle Cyber-Versicherungslösungen mit modularem Aufbau einen ganzheitlichen Ansatz zum Risikotransfer an.

Möglich ist eine Absicherung von Eigenschäden, zum Beispiel für Betriebsunterbrechungen in der Produktion oder Vertrauensschäden. Unternehmen können somit Ausfallrisiken in der Produktion umfassend absichern. Ebenso werden Drittschäden abgedeckt. Damit sind Schäden gemeint, für die die Unternehmen von ihren Kunden oder Geschäftspartnern in Anspruch genommen werden. Da Unternehmensleiter letztlich persönlich für die IT-Sicherheit verantwortlich sind, ist es möglich, Risiken der Managerhaftpflicht und des Straf-Rechtsschutzes in die Cyber-Versicherung zu integrieren. Denn Führungskräfte müssen sich verstärkt mit zivil- und strafrechtlichen Ansprüchen infolge von Cyber-Angriffen auseinandersetzen. Mit einem weiteren Baustein können die Folgekosten des Diebstahls von Betriebsgeheimnissen im Rahmen von Industriespionage abgesichert werden.

Hoher Deckungsschutz

Bedarfsgerechte Versicherungslösungen gibt es sowohl für kleine und mittelständische Unternehmen als auch für Industrieunternehmen und Konzerne. Der Versicherungsschutz kann je nach Unternehmensgröße mit angemessenen Versicherungssummen und Selbstbeteiligungen gewählt werden.

Bereits in der Police enthalten sind weitere hilfreiche Bestandteile: Bei einem Cyber-Ereignis wird das betroffene Unternehmen bei Maßnahmen zur Krisenbewältigung unterstützt, wie zum Beispiel der Kommunikation mit Kunden und Medien sowie den forensischen Untersuchungen. Möglich ist auch, Schadenersatzansprüche aus der Verletzung von Persönlichkeitsrechten in Medien, wie zum Beispiel dem Internet, abzusichern. Gleiches gilt unter anderem für Vertragsstrafen gemäß Payment-Card-Industry (PCI)-Standard.

Einen hohen Mehrwert stellt außerdem eine risikotechnische Analyse durch Spezialisten dar, die über langjährige Expertise im Bereich Informationssicherheit verfügen.

Quelle: Mediaplanet Verlag/Sicher vernetzt, 2018