Standortpolitik

Güterverkehr in Deutschland: Boom für Kombi und Kabotage

Verkehrsprognose der Bundesregierung: Transportaufkommen und -leistung legen weiter zu. Der Güterverkehr in Deutschland bleibt bis in das Jahr 2020 hinein auf deutlichem Wachstumskurs. Das geht aus der neuesten Mittelfristprognose hervor, die das Bundesamt für Güterverkehr (BAG) vorgelegt hat. Einmal mehr hat dabei der Straßengüterverkehr die Nase vorn. Beim Transportaufkommen wächst er jährlich um gut zwei Prozent, bei der Transportleistung um jeweils mehr als drei Prozent.

Einmal mehr legen auch die ausländischen Transporteure deutlich stärker zu als ihre deutschen Kollegen: bei Aufkommen und Leistung im Schnitt um das Drei- bis Vierfache pro Jahr. Hier ragen die Kabotageverkehre besonders heraus, wenn auch mit abnehmender Tendenz. War es im vorigen Jahr noch ein Plus von mehr als 20 Prozent, werden es im laufenden Jahr noch auffällige 15 Prozent sein, 2019 dann 13 und 2020 immerhin noch elf Prozent. Insgesamt betrug der Marktanteil der ausländischen Unternehmen am Straßengüterverkehr in Deutschland voriges Jahr 41 Prozent, allein im grenzüberschreitenden Verkehr sogar unglaubliche 91 Prozent. Mitgeteilt wird auch, dass „lediglich 15 Prozent der Fahrleistung ausländischer Lkw auf das untergeordnete Straßennetz entfallen“, also nicht mautpflichtig sind.

Statistische Korrekturen gibt es auch im Eisenbahngüterverkehr. So sind offenbar die Leistungen der seit mehreren Jahren verstärkt neu in den Markt eintretenden Eisenbahnverkehrsunternehmen nicht oder nicht vollständig erfasst worden. „Deshalb liegt die statistisch ausgewiesene Veränderung des Schienengüterverkehrs in den letzten Jahren unter der tatsächlichen.“ Einiges sei „hochgradig unplausibel“, der bislang für 2017 dargestellte spürbare Rückgang, besonders auch für den Kombinierten Verkehr, musste revidiert werden. Die neu errechnete Schienengüterverkehrsleistung für das Vorjahr zeigt nun ein Plus von 1,3 Prozent, bei der Transportmenge um 0,5 Prozent.

Verkehrspolitisch erfreulich und ausgesprochen gewollt ist dagegen der prognostizierte nochmalige Anstieg des Kombinierten Verkehrs im Jahr 2019 (plus 5,7 und plus 5,2 Prozent) und im Jahr 2020 (plus 4,6 und plus 4,1 Prozent). Niedrigere Trassenpreise und mautbedingte Verlagerungen zeigen offenbar ihre Wirkung.