3. Oberfränkisches Kommunalforum

Gemeinsam für bessere Bildung

Beim IHK-Kommunalforum (v. li.): IHK-Vizepräsident Jörg Lichtenegger, IHK-Vizepräsident Hans Rebhan, IHK-Vizepräsident Dr. Michael Waasner, IHK-Hauptgeschäftsführerin Gabriele Hohenner, IHK-Präsidentin Sonja Weigand, Staatsminister Professor Michael Piazolo, Ministerialbeauftragter Dr. Harald Vorleuter, Landrat Klaus Peter Söllner und Michael von Hertell, Ausbildungsleiter REHAU.

Aus- und Weiterbildung sind eminent wichtige Standortfaktoren, da sind sich die Teilnehmer des 3. Oberfränkischen Kommunalforums der IHK für Oberfranken Bayreuth einig. Professor Michael Piazolo, bayerischer Staatsminister für Unterricht und Kultus, betont, dass die Gleichwertigkeit beruflicher und akademischer Bildung noch stärker hervorgehoben werden müsse.

Ich bin deshalb tief überzeugt von der Gleichwertigkeit der beruflichen und akademischen Bildung.

Michael Piazolo

Ziel des Kommunalforums sei es, Politik, Wirtschaft und Schulen zu aktuellen Fragestellungen zusammenzubringen, betont Sonja Weigand, Präsidentin der IHK für Oberfranken Bayreuth. Auszubildende sind knapp; Politik, Wirtschaft und Schule wollen deshalb enger zusammenrücken. „Wir müssen den Stellenwert der dualen Aus- und Weiterbildung mit allen Chancen und Möglichkeiten besser herausarbeiten.“ Das ist auch deswegen wichtig, weil zu Beginn des letzten Ausbildungsjahres wieder viele Ausbildungsplätze unbesetzt geblieben sind.

Bildung als Baustein für gleichwertige Lebensverhältnisse in Bayern

Piazolo lobt das Format des IHK-Kommunalforums, wo der Austausch im Mittelpunkt stehe. „Das ist genau die Art von Veranstaltung, wie ich sie mir vorstelle, wo Bildungspolitik in Netzwerken vorangebracht wird.“ Sei es doch gerade die Bildung, um die Gleichwertigkeit der Lebensverhältnisse von ländlichem Raum und Ballungszentren voranzubringen. Kommunalpolitikern und Eltern versichert der Minister, dass in den kommenden fünf Jahren kein Schulstandort geschlossen werde.

Praxisnähe sei ihm sehr wichtig. „Ich bin deshalb tief überzeugt von der Gleichwertigkeit der beruflichen und akademischen Bildung“, so der Minister. Er gesteht aber auch zu, dass die berufliche Bildung in den vergangenen Jahren etwas zu kurz gekommen sei.

Große Sorgen macht sich Michael von Hertell, Chef der beruflichen Bildung bei der Rehau AG mit ihren 20.000 Beschäftigten: „Der Bewerberrückgang für Ausbildungsplätze bei oberfränkischen Unternehmen ist gravierend.“ Er bittet den Minister um Unterstützung bei der anstehenden Novellierung des Berufsbildungsgesetzes. Hier sei eine Entlastung der ehrenamtlichen Prüfer unbedingt erforderlich. Für mehr Praxisnähe wünscht er sich außerdem mehr Pflichtpraktika für Lehrer.