Recht und Steuern

Elektronische A1-Entsendebescheinigungen verpflichtend

Seit 1. Januar 2019 sind die Regelungen zur elektronischen Beantragung und Rückübermittlung der A1-Bescheinigungen für Arbeitgeber verpflichtend (§ 106 SGB IV, Art. 12 Abs. 1 der EU-Verordnung (EG) 883/2004). Bis zur Jahreshälfte wurden aus Kulanz meist noch Papieranträge akzeptiert, jetzt muss jedoch zwingend das elektronische Verfahren genutzt werden. Um Sozialversicherungsbetrug zu verhindern, soll das A1-Formular den ausländischen Sozialbehörden bescheinigen, welches Sozialsystem für den Versicherten zuständig ist. Arbeitnehmer und Selbstständige, die in Deutschland beschäftigt und vorübergehend, auch bei jeder noch so kurzen Dienstreise, im EU-Ausland (einschließlich Schweiz, Liechtenstein, Island und Norwegen) arbeiten, benötigen diese Bescheinigung, um so den Nachweis über den bestehenden Sozialversicherungsschutz in Deutschland zu erbringen. Die Entsendebescheinigung ist stets mitzuführen. Für jeden Auslandsaufenthalt muss grundsätzlich ein neuer Antrag gestellt werden. Sammelbescheinigungen gibt es nur in Ausnahmefällen.

Es drohen empfindliche Bußgelder bis zu 10.000 Euro sowie der sofortige Einzug der Sozialversicherungsbeiträge nach dem Recht des Aufenthaltslandes bei Verstoß gegen diese Meldepflichten. Mit elektronischen Abgleichen an den Grenzen durch Zollbehörden muss gerechnet werden.

IHK für Oberfranken Bayreuth
Ursula Krauß
Leiterin Referat Arbeits-
und Wettbewerbsrecht
0921 886-212
krauss@bayreuth.ihk.de