Europäisches Flakonglasmuseum

Die dufte Museumswelt am Rennsteig

Man kann es heute kaum glauben: In historischen Zeiten wurden die Glasmacher bei der Arbeit mit Dünnbier versorgt und die konsumierten Flaschen galten als Anzeichen für den Fleiß des Glasmachers.

Im Europäischen Flakonglasmuseum in Kleintettau tauchen die Besucher in die faszinierende Welt des Glases und dessen Weg über fünf Jahrtausende ein. Sie erleben Geschichte und Geschichten von mesopotamischen Glasrezepten, ruhelosen Glasmachern und welch duftende Haute Couture Marilyn Monroe zum Schlafen trug. Einzigartiges Highlight ist der Einblick in die hochmoderne Glasproduktion der Firma HEINZ-GLAS. Von einer Tribüne aus beeindruckt die faszinierende Geschwindigkeit, in der aus zähflüssigen Glastropfen Flakons entstehen. Den Glasmachern über die Schulter schauen: Mit Halbautomaten-Vorführungen vollzieht sich vor den Augen der Besuchern die Geburt eines Glasflakons – wie vor 100 Jahren. Mit etwas Mut können sie sich sogar selbst als Glasmacher probieren. Zur Flakonproduktion und -veredelung gehört natürlich auch das Thema Duft. In einem Duftraum werden Duftkomposition und Parfümherstellung veranschaulicht. Die Museumsführer hüllen sich – auf besonderen Wunsch – in historische Gewänder und geben Wissen preis, das 5.000 Jahre Parfüm- und Glasgeschichte geschrieben hat.

Wer möchte nicht gerne dem Parfümpionier Pierre- François Pascal Guerlain lauschen, wenn er von den Liebreizen seiner Kaiserin Eugénie schwärmt – oder der quirligen Coco Chanel, die einem das eine oder andere Geheimnis zu ihrem berühmten „Chanel No. 5“ zuflüstert? Das Glascafé mit Hofladen lädt zu hausgemachten Kuchenspezialitäten, leckeren Mittagsgerichten sowie regionalen kulinarischen Genüssen ein. Schottische Hochlandrinder rund um Kleintettau erfreuen Besucher mit ihrem wuscheligen Aussehen. Den Glasmachern über die Schulter zu schauen, kann nicht nur ein temperaturintensives, sondern auch bleibendes Erlebnis sein. Mit den Halbautomaten-Vorführungen vollzieht sich die Geburt eines Glasflakons und zwar so, wie er ab den 1920er-Jahren hergestellt wurde.

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