Der EU-Binnenmarkt –
eine Erfolgsgeschichte mit Entwicklungspotenzial

Der einheitliche Binnenmarkt ist eine der größten Errungenschaften der EU. 1985 mit dem „Weißbuch über die Vollendung des europäischen Binnenmarktes“ ins Leben gerufen, sollten bis 1992 die wichtigsten Hemmnisse für die Freizügigkeit in Europa beseitig sein – ein ambitioniertes Ziel. In den nunmehr 27 Jahren seines Bestehens ist der freie Verkehr von Waren und Dienstleistungen, Personen und Kapital die Basis für den Erfolg auch der deutschen Wirtschaft. Aber die Vollendung des EU-Binnenmarktes ist nach wie vor ein lebendiger Prozess. Nicht nur die mehr als 282 Richtlinien und Verordnungen sind noch nicht vollständig in allen Mitgliedstaaten in die Praxis umgesetzt, sondern sie müssen auch ständig an die sich verändernden Bedingungen angepasst werden.

Neue Themen wie Digitalisierung. Elektromobilität oder Klimawandel erfordern neue Überlegungen. Auch die unterschiedliche Umsetzung von Richtlinien in nationale Gesetzgebungen führt gelegentlich zu Behinderungen im freien Waren- und Dienstleistungsverkehr, die es zu überwinden gilt.

Der EU-Binnenmarkt – wichtig für die deutsche Wirtschaft

2017 betrug nach Angaben des Bayerischen Landesamtes für Statistik und Datenverarbeitung das Handelsvolumen Bayerns mit den Ländern der EU 218.848 Mio. EURO oder 56,3 Prozent. Davon entfielen 56,3 Prozent auf die Ausfuhr und 61,7 Prozent auf die Einfuhr. In einem „IHK-Europabarometer zur Europawahl 2019“ hat der DIHK 1.800 Unternehmen befragt, die im IHK-Ehrenamt tätig sind. Die Ergebnisse sind eindeutig: 82 Prozent der Befragten sehen in der Stabilität der politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen den wichtigsten Erfolg der europäischen Integration. Für 73 Prozent ist die Einführung des Euro und der damit verbundene Wegfall des Wechselkursrisikos, für 69 Prozent der freie Zugang zu den Märkten der EU-Mitgliedstaaten von großer Bedeutung. Einheitliche Normen und Standards erleichtern, Produkte auf europäische Märkte zu bringen, und reduzieren den Aufwand für Zertifizierungen erheblich.

Die gemeinsame Handelspolitik, das sind zum Beispiel die mit mehr als 70 Ländern in Kraft getretenen und mit 20 Ländern in Verhandlung befindlichen Handelsabkommen. Sie ermöglichen europäischen Firmen einen leichteren Markteintritt in Drittländer und schützen vor unfairen Handelspraktiken. Welche Erwartungen die befragten Unternehmen an die neue EU-Kommission und die Angeordneten richten, ist in der Grafik ersichtlich.

Gestalten Sie die Weiterentwicklung des EU-Binnenmarktes aktiv mit

Ihre IHK unterstützt Sie unter anderem

  • durch gemeinsam mit den IHK-Ausschüssen erarbeitete Positionspapiere oder Stellungnahmen zu unternehmerfreundlicherer Ausgestaltung der EU-Gesetzgebung, zum Beispiel zu Steuerfragen, freiem Handel, REACH.
  • durch gemeinsame „Europapolitische Positionen der IHK-Organisation“, die den deutschen Europaabgeordneten ebenso wie der Bundesregierung als Handlungsempfehlungen übergeben werden.
  • durch regelmäßigen Kontakt zum DIHK-Büro in Brüssel. Deren Vertreter sitzen gemeinsam mit Vertretern von Eurochambres, der europäischen Dachorganisation der IHKs, in vielen Beratungsrunden zu europäischen Gesetzgebungsverfahren mit am Tisch. Dort können sie die Interessen deutscher Unternehmer aktiv vertreten.
  • durch regionale Veranstaltungen mit Vertretern der EU-Kommission und Europaabgeordneten.

Sie können selbst aktiv werden, indem Sie sich an den öffentlichen Konsultationen der EU-Kommission oder an „KMU- Panels“ beteiligen, in denen Unternehmer anonym gezielt nach ihrer Meinung zur Überprüfung oder zur Neuausrichtung der EU-Gesetzgebung befragt werden. Diese Meinungen und Vorschläge fließen mit in die Diskussion neuer Gesetzgebungsverfahren oder in die Überprüfung aktueller EU-Gesetzgebung ein.

Informieren Sie sich dazu auf unserer Webseite https://www.bayreuth.ihk.de/Mitreden—So-sagen-Sie—Bruessel–Ihre-Meinung.htm