Recht und Steuern

Dem Umsatzsteuerbetrug auf Online-Plattformen den Riegel vorschieben

Berlin. Die im Jahressteuergesetz 2018 enthaltenen Neuregelungen zur Umsatzsteuer im E-Commerce bewertet die IHK-Organisation positiv, wirbt jedoch für ein einfaches, digitales Nachweisverfahren. Mit dem Gesetz wird eine wichtige Forderung der IHK-Organisation aufgegriffen, die sich wiederholt für eine konsequente Bekämpfung des Umsatzsteuerbetruges auf Plattformen ausgesprochen hat. Gerade für deutsche Händler ist es eine gute Nachricht, dass der Gesetzgeber dem Umsatzsteuerbetrug durch Online-Händler aus Ländern außerhalb der EU einen Riegel vorschiebt. Der Missbrauch vornehmlich durch asiatische Händler hat hier stark zugenommen.

Das geht nicht nur zulasten der Staatskasse, der so nach Schätzungen der Finanzverwaltung rund eine Milliarde Euro an Umsatzsteuer verloren gehen. Geschädigt werden durch die Wettbewerbsverzerrungen alle Händler in Deutschland: Sie müssen ihre Waren mit 19 Prozent Umsatzsteuer anbieten, die sich illegal agierende Konkurrenten sparen.

Aus Sicht der IHK-Organisation sollte allerdings beim Bescheinigungsverfahren noch einmal nachgearbeitet werden. Denn der nun geplante Nachweis, den Online-Händler für ihre ’steuerliche Zuverlässigkeit‘ brauchen, soll zunächst in Papierform erfolgen. Das ist in der digitalen Welt des Online-Handels ein Anachronismus. Deshalb sollte hier so schnell wie möglich ein einfaches, digitales Verfahren implementiert werden.

Quelle: Neues aus Berlin und Brüssel, Brigitte Neugebauer

IHK für Oberfranken Bayreuth
Tobias Hoffmann
Leiter Referat Steuern, Finanzen, Handelsregister
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