IHK für Oberfranken Bayreuth

Botschafter für die duale Ausbildung

Die AusbildungsScouts Manuel Wichert und Christin Schertl gehen für ihre Ausbildungsbetriebe seit dem neuen Schuljahr mit auf Tour und freuen sich auf den nächsten Schuleinsatz.

Mit dem neuen Schuljahr starteten auch die AusbildungsScouts der IHK für Oberfranken Bayreuth in eine neue Besuchstour. Im Rahmen des Projekts sind sie in den Vorabgangsklassen allgemeinbildender Schulen zu Gast, um den Schülern einen Einblick in ihren Ausbildungsalltag zu geben. Insgesamt engagieren sich rund 100 Auszubildende aus verschiedenen oberfränkischen Unternehmen und stellen ihre Ausbildungsberufe vor.

Zwei von ihnen sind Manuel Wichert (Infiana Germany GmbH) und Christin Schertl (IHK für Oberfranken Bayreuth), die als „Botschafter für die duale Berufsausbildung“ im Namen des Projekts und ihrer Ausbildungsbetriebe unterwegs sind.

Wie seid ihr auf das Projekt aufmerksam geworden?

Manuel: Ich bin über mein Unternehmen zu den AusbildungsScouts gekommen. Unsere Ausbilderin kennt das Projekt und hat uns angesprochen. Wir Azubis wurden von ihr in einem Meeting informiert, worum es dabei geht und konnten dann entscheiden, ob wir daran teilnehmen möchten. Die Idee, unseren Ausbildungsberuf vorzustellen und neue Erfahrungen zu sammeln, fanden wir gut. Bei uns haben sich gleich mehrere Azubis aus dem  kaufmännischen und gewerblich-technischen Bereich dafür gemeldet.

Welche Schritte waren notwendig, um ein Scout zu werden?

Christin: Auf die Einsätze in den Schulklassen hat man uns vorher in einer eintägigen Schulung vorbereitet. Frau Krauß hat darin als Betreuerin des Projekts genau erklärt, worauf es ankommt. An dem Tag wurde uns nähergebracht, wie die Besuche in der Schule ablaufen und wie wir unseren Beruf gut vor den Schülern präsentieren können. Es war auch wichtig, zu lernen, wie man sich auf die Zielgruppe einstellt, und zu erfahren, was uns in der Praxis erwartet.

Wie haben euch die Unternehmen, in denen ihr arbeitet, dabei unterstützt?

Manuel: Im Betrieb bekommen wir sehr viel Unterstützung für das Projekt. Grundsätzlich wird es bei uns im Unternehmen als gut angesehen, was wir machen. Bei den Terminen können wir unter den Azubis frei entscheiden, ob jemand oder wer hingehen möchte. Eine Freistellung für die einmalige Schulung oder die Schulbesuche ist auch gar kein Problem. Außerdem dürfen wir während der Arbeitszeit, wenn nichts dagegen spricht, an unserer Präsentation für die Klassen arbeiten.

Wie beurteilt ihr die Betreuung von der IHK?

Manuel: Mit der ganzen Organisation bin ich sehr zufrieden. Wir erhalten immer alle wichtigen Informationen, die wir brauchen, und haben auch jederzeit die Möglichkeit nachzufragen, wenn etwas unklar ist. Durch den persönlichen Kontakt und die Betreuung vor Ort sind die Schulbesuche gut zu bewältigen.

Was ist für euch das Besondere an eurer Aufgabe?

Christin: Das Schöne an der Aufgabe ist, dass man Schülern wirklich direkt vermitteln kann, wie eine duale Ausbildung aussieht. Es macht mir richtig Spaß, in den Klassen etwas über meinen Alltag als Kauffrau für Büromanagement zu präsentieren. Für einen selbst ist es ja auch noch nicht so lange her, dass man vor dem Abschluss überlegen musste, wie es weitergeht. Man ist sozusagen noch auf einer Ebene und kann lockerer darüber reden.

Wie läuft ein Besuch in der Klasse ab und wie reagieren die Schüler?

Manuel: Wenn ein Termin mit der Schule feststeht, werden wir vorher von Frau Krauß gefragt, ob wir Zeit hätten. Danach erhalten wir die Infos über die Schule und die Klassen, die wir besuchen werden. An dem Tag werden wir in unserer Firma abgeholt und mit allem Nötigen versorgt. Vor den Präsentationen gibt Frau Krauß eine kurze Einführung in das Projekt und erklärt, warum wir da sind. Dann stellen wir uns persönlich vor und starten mit dem Vortrag. Dabei erzählen wir den Schülern, wie wir zu unserer Ausbildung gekommen sind und warum wir uns dafür entschieden haben. Von den Bewerbungen und Vorstellungsgesprächen über die Aufgaben und Tätigkeiten im Betrieb oder die Zeit in der Berufsschule bis hin zu den Möglichkeiten der Weiterbildung für später sprechen wir alles an. Danach können die Schüler uns Fragen stellen und füllen einen Feedbackbogen aus. Einen Beurteilungsbogen zu jedem Klassenbesuch gibt es auch für die AusbildungsScouts.

Christin: Die Klassen reagieren ganz unterschiedlich auf uns. Wenn wir in die Klasse kommen, warten die einen oder anderen gespannt auf den Vortrag und verfolgen die Präsentationen sehr aufmerksam. Meistens stellen auch diese Schüler dann im Anschluss interessiert Fragen und wollen einiges genauer von uns wissen. Einmal wollte jemand sogar schon mehr über Weiterbildungen nach der Ausbildung erfahren. Manche sind aber auch nicht so neugierig, hören dem Vortrag nur zu und halten sich eher zurück.

Warum habt ihr beiden euch dazu entschlossen, AusbildungsScouts zu werden?

Manuel: Mir war es wichtig zu zeigen, dass man nicht zwangsläufig immer studieren muss, um etwas zu erreichen. Und auch, dass es tatsächlich abwechslungsreiche, interessante Berufe gibt oder welche Chancen wir
damit später einmal haben. Mein Beruf als Industriekaufmann bietet zum Beispiel so viele Möglichkeiten und viele wissen gar nichts davon. Es geht also wirklich darum, den Schülern die
Augen zu öffnen.

Wieso sollten andere Unternehmen oder Auszubildende auch bei dem Projekt mitmachen?

Christin: Ich finde, man sollte solche Projekte fördern, weil sowohl das Unternehmen als auch die Auszubildenden etwas davon haben. Gerade wenn Betriebe Azubis haben, denen ihr Job Spaß macht, können sie für den Betrieb, die Ausbildung und den Beruf Werbung machen. Einige Jugendliche fragen uns direkt bei unserem Besuch nach Kontaktdaten und wollen sich gleich für ein Praktikum oder eine Ausbildung bewerben.

Manuel: Außerdem lernt man als Azubi selbst, professionell zu präsentieren. Am Anfang war es gar nicht so einfach, vor einer Klasse zu stehen. Aber mit jedem Mal wird mein Vortrag besser und es fällt mir leichter, vor Publikum zu sprechen. Auch wenn es unruhig wird, weil einige Schüler schwätzen, darf man sich nicht ablenken lassen und muss damit umgehen lernen. Ich denke, man bekommt einfach generell mehr Sicherheit, und gerade das bringt mir für mein Berufsleben wirklich viel.

Unternehmen, die ihren Auszubildenden die Erfahrung als AusbildungsScout ermöglichen wollen, können sich bei der IHK an Ingrid Krauß wenden.

IHK für Oberfranken Bayreuth
Ingrid Krauß
Bereich Berufliche Bildung Qualifizierungsberaterin
Tel.: 0921 886-241
E-Mail: i.krauss@bayreuth.ihk.de