IHK-Außenhandelsausschuss

Besuch bei der Scherdel s.r.o., die Welt der technischen Druckfedern

Auf Einladung von Ausschuss-Mitglied Ingo Müller-Meuche (1. v. li.) traf sich der IHK-Außenhandelsausschuss bei der Scherdel s.r.o. in Tschechien. Herzlich willkommen geheißen wurden sie von den beiden Werkleitern Stefan Barth (2. v. re.) und Markus Uhl (1. v. re.). Ausschuss-Vorsitzender Bernd Aßmann (3. v. li.) und Ausschuss-Geschäftsführerin Sara Franke (4. v. re.) freuten sich, Bernard Bauer, geschäftsführendes Vorstandsmitglied der AHK Prag (2. v. li.) und Ing. Tomáš Peták von der Wirtschaftskammer Karlsbad als Gäste zu begrüßen.

Einer guten Tradition folgend traf sich der IHK-Außenhandelsausschuss zu seiner diesjährigen Sommer-Sitzung wieder bei einem seiner Mitgliedsunternehmen. Dieses Mal ging es auf Einladung von Ausschuss-Mitglied Ingo Müller-Meuche über die Grenze nach Tschechien, zur Scherdel s.r.o. nach Bor u Tachova im Bezirk Pilsen. Angekommen im Industriegebiet der Kleinstadt, einem ehemaligen Kasernengelände, beeindruckte gleich das moderne Firmengebäude der Scherdel-Tochter und der freundliche Empfang durch Werkleiter Stefan Barth und sein Team.

Stefan Barth, seit 2006 Geschäftsführer der Scherdel s.r.o., stellte das Werk vor. Von einer verlängerten Werkbank für die Produktion von Druckfedern und Stanzteilen entwickelte sich das Unternehmen hin zu einem technologisch führenden Bestandteil der Scherdel-Firmengruppe, der eine Vorreiter-Rolle für die E-Mobilität einnimmt. Stolz berichtete Stefan Barth von der Eigeninitiative und Kreativität der tschechischen Mitarbeiter, von denen viele Anregungen für Produktentwicklungen ausgehen und die auch eigenverantwortlich mit Kunden zusammenarbeiten. Besonderer Wert wird bei Scherdel auf die Qualifizierung der Mitarbeiter gelegt: Die Ausbildung erfolgt über die SCHERDELAkademie in Marktredwitz, die Weiterbildung auch in Tschechien, zum Beispiel in Zusammenarbeit mit der Westböhmischen Universität in Pilsen. Zur Fachkräftesituation vor Ort sagte Barth, dass innovative Arbeitsplätze und eine gute Bezahlung wichtige Faktoren sind, um Mitarbeiter an das Unternehmen zu binden.

Bei einem Rundgang durch die Produktion vermittelte Ludwig Lachmeyer, Projektleiter E-Mobility, den Ausschuss-Mitgliedern u. a. einen Einblick in die Welt der technischen Druckfedern. Besonders beeindruckt zeigte sich die Gruppe von der Vielfalt der Federn, die in Bor hergestellt werden, wie z. B. der „Kuschelfeder“, einer beflockten Feder, die im Karosseriebau verwendet wird. Bernard Bauer, geschäftsführendes Vorstandsmitglied der Deutsch-Tschechischen IHK, kam als Gast aus Prag zur Sitzung und bestätigte in seinem Vortrag das eben in der Praxis Gesehene: Tschechien ist längst keine verlängerte Werkbank deutscher Unternehmen mehr, sondern möchte bei neuen Technologien führend werden, auch in Zusammenarbeit mit deutschen Firmen und Forschungseinrichtungen. Die Weiterentwicklung der Künstlichen Intelligenz steht dabei ganz oben auf der Prioritätenliste der tschechischen Regierung.

Ausschuss-Vorsitzender Bernd Aßmann freute sich, als Gast aus der Wirtschaftskammer des Bezirks Karlsbad, der Partnerkammer der IHK für Oberfranken Bayreuth, auch das Vorstandsmitglied Ing. Tomáš Peták begrüßen zu dürfen. Ein reger Austausch zwischen den Ausschuss-Mitgliedern und Gästen beschloss einen interessanten Nachmittag.