Märkte in Nordamerika

Bayerische Repräsentanten in Kanada und Mexiko erstmals in der IHK

Über den ersten Besuch der bayerischen Repräsentanten in Kanada, Frédéric Arsenault (2. v. li.), und Mexiko, Christian Weber (2. v. re.), in der IHK in Bayreuth freuten sich IHK-Bereichsleiterin International Sara Franke (li.) und ihre Stellvertreterin Cornelia Kern (re.).

Auf Einladung des Bereichs International besuchten die Repräsentanten des Freistaates Bayern in Kanada, Frédéric Arsenault, und in Mexiko, Christian Weber, erstmals die IHK in Bayreuth. Während eines Round-Table-Gesprächs erhielten oberfränkischen Unternehmer aus erster Hand aktuelle Informationen zum NAFTA-Nachfolgeabkommen USMCA sowie zu aktuellen Entwicklungen auf dem nordamerikanischen Kontinent.

Ende 2018 unterzeichneten die Staatschefs der USA, Kanadas und Mexikos am Rande des G20-Gipfels in Buenos Aires das U. S.-Mexico-Canada Agreement (USMCA). Dieses soll das seit 1994 bestehende NAFTA- Freihandelsabkommen (North American Free Trade Agreement) modernisieren. Der notwendige Ratifizierungsprozess durch die nationalen Parlamente ist allerdings ins Stocken geraten.

Wichtige Tipps, worauf sich Unternehmen einstellen müssen, wenn die neuen Regelungen zur Anwendung kommen und NAFTA außer Kraft gesetzt ist, gab Christian Weber. Voraussichtlich werden Automobilzulieferer mit Geschäftsbeziehungen zu den USA und Mexiko am stärksten betroffen sein. Künftig soll der Local Content im Automobilbereich bei 75 Prozent liegen. Für in Mexiko ansässige bayerische Zulieferer würde das bedeuten, dass sie mehr Vorprodukte aus den USA, Kanada oder Mexiko beziehen müssten, wobei mit einem deutlich höheren Aufwand für Beschaffung und Ursprungsnachweise zu rechnen ist. Neu wird ebenfalls sein, dass 40 Prozent der Komponenten aus Standorten mit mindestens einem Stundenlohn von 16 US$ stammen müssen. Das bedeutet, so Weber, für die Kfz-Zulieferer in Mexiko, zu überlegen, ob sie ihre Produktion modernisieren, ihren Kunden nach Nordamerika folgen oder auf Aufträge aus Nordamerika verzichten wollen. Obwohl mit einem Inkrafttreten nicht vor 2023 gerechnet wird, spüren vor allem die Zulieferer bereits den Druck der OEMs, sich auf die veränderten Bedingungen einzustellen.

Frédéric Arsenault betonte die enge Verflechtung und die daraus folgende Bedeutung eines freien Handels für die Volkswirtschaften Nordamerikas. USMCA sei in Kanada nicht umstritten, jedoch warte die Regierung vor Unterzeichnung erst die Entscheidungen der US-Regierung ab.

Die oberfränkischen Unternehmen, die aus unterschiedlichen Branchen kamen, diskutierten mit den beiden Repräsentanten über Vorteile und Risiken einer Geschäftstätigkeit in den USA, Kanada und Mexiko. Der Aufbau von Vertriebsstrukturen vor Ort, Markenschutz, die Rolle von regionalen Netzwerken, Möglichkeiten zur Finanzierung von Projekten und auch die berufliche Qualifizierung von örtlichen Arbeitskräften waren Themen des regen Erfahrungsaustausches.

Informationen zu den Bayerischen Repräsentanzen im Ausland finden Sie hier: http://ihkofr.de/8p

IHK für Oberfranken Bayreuth
Sara Franke
Leiterin Bereich International
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