DIHK

Bachelor und Master Professional sind jetzt offiziell gleichwertig

2018 haben 494.539 Personen ihre duale Berufsausbildung in einem der rund 330 anerkannten Ausbildungsberufe begonnen.

Zur Verabschiedung der BBiG-Novelle im Bundestag hat sich der DIHK zufrieden geäußert: Bachelor und Master Professional sind starke Signale für die Gleichwertigkeit der beruflichen und der akademischen Bildung.

„Der Bundestag hat sich für die neuen Begriffe Bachelor und Master Professional ausgesprochen. Das ist ein starkes Signal für die Gleichwertigkeit der beruflichen und der akademischen Bildung, die künftig besser zum Ausdruck gebracht werden soll. Denn leider wissen noch zu wenige, dass Abschlüsse der Höheren Berufsbildung wie etwa Industriemeister, Wirtschaftsfachwirt oder Bilanzbuchhalter genauso viel wert sind wie ein hochschulischer Bachelor. Zugleich sind die Einkommens- und Beschäftigungsperspektiven von Absolventen der Höheren Berufsbildung ausgezeichnet. Gleichzeitig leisten Bachelor und Master Professional einen wichtigen Beitrag zur internationalen Verständlichkeit und Anschlussfähigkeit der Abschlüsse. Das fördert nicht zuletzt die grenzüberschreitende Mobilität unserer Fachkräfte.

Duale berufliche Bildung attraktiver machen

Ziel des Gesetzes ist es, die duale berufliche Bildung in Deutschland attraktiver zu machen. Dafür wurde das Berufsbildungsgesetz (BBiG) als ordnungspolitischer Rahmen für die duale Berufsausbildung und als Sonderarbeitsrecht für Auszubildende und Ausbildende an wichtige Trends und Entwicklungen angepasst und damit die weltweit geschätzte duale Berufsausbildung in Deutschland fit für die Zukunft gemacht, so die Bundesregierung.

Dazu wurden folgende Schwerpunkte gesetzt: Die Einführung einer ausbalancierten und unbürokratischen Mindestvergütung für Auszubildende im BBiG, die Stärkung und Weiterentwicklung der „höherqualifizierenden“ Berufsbildung mit transparenten beruflichen Fortbildungsstufen und mit eigenständigen und attraktiven Abschlussbezeichnungen, die Verbesserung der Durchlässigkeit auch innerhalb der beruflichen Bildung und die Optimierung der Rahmenbedingungen des BBiG insbesondere für rechtsbeständige und hochwertige Prüfungen sowie für ein attraktives Ehrenamt.

Verfahrenserleichterungen und größere Flexibilität

Gleichzeitig wurden Verfahrenserleicherungen für Auszubildende, größere Flexibilität bei der Zusammenarbeit der zuständigen Stellen sowie durch Streichung gegenstandsloser Auskunftspflichten Verfahren modernisiert und verkürzt, um unnötige Bürokratie abzubauen.

Im Jahr 2018 haben 494.539 Personen ihre duale Berufsausbildung in einem der rund 330 nach Berufsbildungsgesetz (BBiG) und Handwerksordnung (HwO) anerkannten Ausbildungsberufe begonnen. Demgegenüber stehen 513.988 Personen, die ihre Ausbildung an einer Fachhochschule oder Hochschule begonnen haben. Diese Entwicklung zeigt deutlich, dass die Attraktivität der beruflichen Ausbildung gegenüber der Hochschulausbildung nachgelassen hat. Ein anderes Problem ist der Anstieg der Anzahl der Schulabgänger ohne Schulabschluss, was vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung in Deutschland und eines drohenden Fachkräftemangels nicht hinnehmbar ist. Die Beschäftigten stehen zudem zunehmend neuen Anforderungen gegenüber. Die Veränderung von Arbeitsinhalten, die Digitalisierung der Arbeitswelt, Strukturveränderungen in den Unternehmen, die Verkürzung von Innovationszyklen von Produkten und Leistungen führen zu weiteren tiefgreifenden Veränderungen.

Praxisnähe und besondere Fähigkeiten

Die eingängigen neuen Begrifflichkeiten, „Geprüfter Berufsspezialist“, „Bachelor Professional“, „Master Professional“ unterstreichen nicht nur die Praxisnähe und besonderen Fähigkeiten etwa von Industriemeistern, Fachwirten oder Bilanzbuchhaltern. Wertige Abschlussbezeichnungen und klare Gattungsbegriffe für die Fortbildungsstufen erhöhen die Anreize, einen Karriereweg in der beruflichen Bildung zu beginnen. Sie bringen die Gleichwertigkeit von beruflicher und akademischer Bildung auch sprachlich zum Ausdruck und sind dabei klar von den Abschlussbezeichnungen der Hochschulen zu unterscheiden.