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Aus Kasendorf in die Welt – wie W.E.T. internationale Märkte erobert

Michael Reis erläutert Sousan El-Faksch, AHK Oman, einige Produkte der W.E.T. GmbH.

Dass sich die Hidden Champions oft auf dem platten Land verstecken, ist allgemein bekannt. Im Fall der W.E.T GmbH ist es genauer gesagt nicht das platte Land, sondern die liebliche Landschaft vor den Toren Kulmbachs, wo die Firma angesiedelt ist. Außenwirtschaftsexpertin Cornelia Kern von der IHK für Oberfranken Bayreuth, Sousan El-Faksch, Repräsentantin der Auslandshandelskammer (AHK) Oman und Karoline Rübsam vom Außenwirtschaftsportal Bayern besuchten die Firma in Oberfranken.

W.E.T. steht für Wasser, Energie und Technologie und hat sich auf die Aufbereitung von verschiedenen Rohwasserqualitäten zu Trinkwasser spezialisiert. „Wir können aus jedem Wasser alles machen, wenn der Kunde es bezahlt“ – so beschreibt Firmenchef Michael Reis die Produktpalette. W.E.T. entwickelt und produziert kleine Ultrafiltrationsanlagen in Serie, geht aber auch auf kundenspezifische Wasserprobleme ein. „Die Schwerpunkte der Firma liegen in der Entwicklung, Montage und Wartung von Ultrafiltrationen für Schwimmbäder und Wasserwerke“, erklärt Michael Reis. 2002 wurde die Firma mit derzeit 25 Mitarbeitern gegründet und hat Auftraggeber in der ganzen Welt. „Zunächst ging es ins europäische Ausland, weil der hiesige Markt gesättigt war“, so der Firmenchef. „Nach den ersten größeren Aufträgen in der Rhön 2004 und einer Ultrafiltrationsanlage für das Freibad Münster 2008 ging es ab 2010 nach Skandinavien, nach Finnland, Norwegen und Schweden.

„Unsere Auftraggeber finden sich in den Ländern, in denen hohe Standards und strenge Hygienevorschriften im Bereich Wasserwirtschaft bestehen“, sagt Michael Reis. 2011 konnte W.E.T. dann schon ein Jubiläum und eine Premiere feiern: Die 100. Ultrafiltration für ein Schwimmbecken und die Eröffnung des ersten Passivhaus-Hallenbades in Europa, das Bambados in Bamberg, ausgerüstet mit Ultrafiltration von W.E.T. Der Erfolg der Filterspezialisten, die in ganz Europa tätig sind und auch schon einen Fuß in den russischen Markt gesetzt haben, basiert auf der Firmenphilosophie: Flexibel sein und eine gemischte Kundenpalette pflegen. „Unsere Kunden stammen aus der Industrie, kommunalen Behörden und Anlagenbauern. Zudem entwickeln wir uns stetig weiter. Das Neueste ist die von uns entwickelte Nanofiltration zur Reduzierung von Desinfektionsnebenprodukten in Schwimmbädern. Nicht nur die Entwicklung, sondern auch die Wartung zählt zu unserem Service. Viele Standbeine bedeuten Stabilität und weniger Risiko.“

Go International und Messen

„Bei Fragen zum Auslandsgeschäft ist unser erster Gang immer zu den Experten der IHK Bayreuth, die auch im europäischen Beraternetzwerk Enterprise Europe Network eingebunden ist: Vor allem zu komplizierten Themen wie der Entsendung von Mitarbeitern ins europäische Ausland unterstützen Cornelia Kern und ihre Kollegen uns immer wieder und beantworten Fragen zu Meldepflichten und notwendigen Dokumenten“, erklärt Veronika Reis, unter anderem zuständig für die Mitarbeiterentsendung in der Firma. W.E.T. ist seit Anfang dieses Jahres auch Teilnehmer am Förderprojekt Go International der bayerischen IHKs und Handwerkskammern und hat dadurch unter anderem fremdsprachige Prospekte und eine englischsprachige Website für ausländische Messeauftritte erstellen lassen. Zudem kommt einmal pro Woche ein Sprachtrainer in die Firma, der die Mitarbeiter in Geschäftsenglisch schult. Dies und eine Beratung zur Geschäftspartnersuche durch die Auslandshandelskammer AHK VAE wird im Rahmen des Programms gefördert.

Von Anfang an ist W.E.T. auf Messen im In- und Ausland vertreten, als nächstes auf einem geförderten deutschen Gemeinschaftsstand zur „Leisure Show“ im September in Dubai. Die Präsenz auf den Messen im In- und Ausland ist Firmenchef Reis immens wichtig: „Durch die persönliche Anwesenheit schafft man Vertrauen, kommt eher ins Gespräch“. Weitere Tipps vom Firmenchef für das Auslandsgeschäft: Sich zunächst mit den gesetzlichen Vorschriften und Rahmenbedingungen vertraut machen, prüfen, welches Potenzial der Markt bieten kann, sich über Ansprechpartner und Netzwerke vor Ort informieren. „Wenn man diese Faktoren recherchiert hat, muss man abwägen, ob sich der finanzielle und personelle Aufwand auch lohnt“, sagt Michael Reis. Fazit: Eine umfassende und gründliche Recherche über den Zielmarkt ist unerlässlich.