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Afrika-Atlas für die bayerische Wirtschaft (BIHK)

Afrika könnte nach Expertenmeinung einer der großen Zukunftsmärkte für die bayerische Wirtschaft werden. Nun nennt eine ifo-Studie im Auftrag des Bayerischen Industrie- und Handelskammertags (BIHK) die aussichtsreichsten Staaten des Kontinents für bayerische Exporte und Investitionen. An die Spitze aller 54 afrikanischen Länder setzen sich nach einer Analyse volkswirtschaftlicher und politischer Faktoren Südafrika, Botswana, Mauritius, Kenia, Marokko, Tunesien und Ghana.

„Afrika wird als Absatz- und Beschaffungsregion immer bedeutender – weltweit hat Afrika nach Asien seit der Jahrtausendwende die höchsten Raten des Wirtschaftswachstums. Im Afrika-Atlas haben wir die Verlässlichkeit staatlicher Institutionen und die wirtschaftliche Bedeutung eines Marktes als zentrale Kenngrößen untersucht, um das Potenzial einzelner Länder zu beurteilen“, erläutert Professor Oliver Falck, Chef des ifo Zentrums für Industrieökonomik und neue Technologien und Leiter der Studie.

Falck unterstreicht, dass die Firmen besondere Vorsicht bei der Auswahl von Lieferländern, etwa für Rohstoffe, walten lassen müssen. „Das Einhalten international verbindlicher Standards bei der Lieferkette ist in einem Großteil der afrikanischen Länder nur mit einem spürbaren Mehraufwand möglich“, so der ifo-Experte.

Ein weiteres Ergebnis der Analyse ist, dass der zunehmende chinesische Einfluss in Afrika kein Hinderungsgrund für bayerische Engagements ist. Es liege im Eigeninteresse der afrikanischen Staaten, ein Gegengewicht zur chinesischen Dominanz zu schaffen. Außerdem profitierten Deutschland und Bayern vom hervorragenden Ruf ihrer Exportwaren.

Der Afrika-Atlas ist der zweite Teil der im April 2019 vorgestellten und ebenfalls vom BIHK beauftragten ifo-Studie „Wachstumsmärkte in Afrika für die bayerische Wirtschaft – Politische Handlungsfelder“. Als Ergebnis dieser Studie forderte der BIHK, dass bestehende Hilfsprogramme für Afrika besser aufeinander abgestimmt werden, insbesondere beim Thema Fachkräfteentwicklung. Zum Ankurbeln der Wirtschaftsbeziehungen mit Afrika seien außerdem mehr Hilfen zur Absicherung und Finanzierung von Exportgeschäften notwendig. Ohne staatlich geförderte Instrumente könnten viele Mittelständler ein Afrika-Geschäft kaum realisieren, da es keine wirtschaftlich tragbaren Alternativen zur Risikoabsicherung gebe.

Übrigens: In der Ausgabe 12/2019 der „Oberfränkischen Wirtschaft“ haben wir das Büro des Freistaates Bayern in Äthiopien vorgestellt, ebenso das „Bayern Netzwerk Afrika“, in dem sich Unternehmer mit Interesse an Geschäften mit afrikanischen Staaten zum Erfahrungsaustausch zusammenfinden.

Näheres dazu lesen Sie unter „Schwerpunktthemen“ im Informationsportal
www.weltweit-erfolgreich.bayern

IHK für Oberfranken Bayreuth
Cornelia Kern
Leiterin Referat EU-Fragen/
Kooperationsprogramme
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