Ärger an der Laderampe? Diese Regeln schaffen Abhilfe

Deutscher Industrie- und Handelskammertag gibt Hinweise, wie das Be- und Entladen für alle Beteiligten schneller und reibungsloser klappt

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Stress an der Laderampe: Es mangelt an Stellplätzen, die Kommunikation funktioniert nicht, nervende (und teure) Wartezeiten entstehen – wenn es beim Be- und Entladen an der Rampe nicht funktioniert, betrifft das Transportunternehmen, Fahrer und Empfänger gleichermaßen. Deshalb hat der Deutsche Industrie- und Handelskammertag in Zusammenarbeit mit Logistikpraktikern neun Goldene Regeln erarbeitet, wie Abläufe optimiert werden können. Hier eine Zusammenfassung:

  • Ausreichende Kapazitäten sicherstellen: Das betrifft die Rampenzone, Lager, Personal und Ladehilfsmittel. Auch sollten bauliche Voraussetzungen für reibungslose Umschlagevorgänge geschaffen werden (geeignete Maße für Rampen und Vordächer, Unterraum an der Rampe für Fahrzeuge mit Hebebühne).
  • Ausreichend Parkraum für Wartezeit und Vorabfertigung bereithalten: Mit Blick auf den Mangel an Lkw-Parkplätzen sollte der Fahrer dort möglichst auch seine Ruhezeiten vor oder nach der Beladung verbringen können. Funkmeldeempfänger helfen, Fahrzeuge jederzeit zügig abrufen zu können.
  • Vereinbarte Zeitfenster einhalten: Vereinbarte Zeitfenster sollten von Verladern, Transporteuren und Empfängern gleichermaßen als verbindlich angesehen werden. Bei Verzögerungen beispielsweise durch Stau sollten Informationen schneller fließen, damit Zeitfenster flexibel gehandhabt werden können.
  • Informationsfluss verbessern: Moderne Informations- und Kommunikationstechnologien sollten genutzt werden, um Partner möglichst frühzeitig über Veränderungen oder Störungen zu informieren und den Datenfluss über Ladezeiten und Waren zu verbessern. Hierzu gehören Zeitfenstermanagementsysteme, Avisierungsverfahren, LKW-Abrufsysteme, eine digitalisierte Fahrzeugabfertigung und die beleglose Wareneingangsprüfung.
  • Vorhaltung von Tauschpaletten sicherstellen: Tauschpaletten sollten in ausreichender Zahl und in angemessener Qualität zur Verfügung stehen und übergeben werden.
    Zuständigkeit für Be- und Entladung klar regeln: Be- und Entladung sowie begleitende Prozesse wie das Entfernen von Folien fallen nicht in die Zuständigkeit des Fahrers. Die Unsicherheit hierüber führt zu Konflikten und Missverständnissen. Prozesse sollten verbindlich geregelt werden.
  • Persönlichen Umgang verbessern: Fahrer und Personal sind mit der gebotenen Wertschätzung zu behandeln. Fahrern sollte der Zugang zu Sanitäreinrichtungen und Sozialräumen möglich sein. Die Fahrer ihrerseits bemühen sich darum, diese Anlagen angemessen zu nutzen.
  • Sprachkompetenz verbessern: Fehlende Sprachkenntnisse führen zu Missverständnissen, Verzögerungen und Gefahren an den Ladezonen. Alle Beteiligten bemühen sich, die Sprachkompetenz der an der Laderampe tätigen Personen zu verbessern. Eine Verständigung auf Deutsch – zumindest aber auf Englisch – sollte möglich sein.

(Quelle: www.dihk.de)