Die Weiterbildung für Oberfranken

Absolventenfeier und Verleihung des Bayerischen Meisterpreises

Viele der insgesamt knapp 400 Weiterbildungsabsolventen waren in die Stadthalle Kulmbach gekommen, um ihre Zeugnisse bei einer feierlichen Veranstaltung entgegenzunehmen.

Bei einer feierlichen Verabschiedung von 397 Weiterbildungsabsolventen der Industrie- und Handelskammer für Oberfranken konnte 61 jungen Leuten der Meisterpreis der Bayerischen Staatsregierung überreicht werden. Der Freistaat Bayern unterstützt weiterbildungswillige Arbeitnehmer finanziell auch durch den Meisterbonus. Genau 1.076.500 Euro Meisterbonusse wurden 2018 an Absolventinnen und Absolventen der kaufmännischen und gewerblich-technischen IHK-Weiterbildung ausgezahlt.

Weiterbildung ist eines der wichtigsten Mittel gegen den Fachkräftemangel und die hohe Zahl der Absolventen zeigt, dass die Arbeitnehmer diese Chance zur Karriere ergreifen wollen. Die größte Gruppe unter 14 verschiedenen Abschlüssen stellten die Wirtschaftsfachwirte mit 145 Absolventen, gefolgt von den besonders begehrten Industriemeistern, Fachrichtung Metall, mit 76 erfolgreichen Teilnehmern. Drittstärkste Gruppe sind die Handelsfachwirte mit 47 Absolventen.

Erstmals seit mehreren Jahren gab es wieder eine zentrale Feier zum Weiterbildungsabschluss in der Stadthalle in Kulmbach. In der vergangenen Zeit wurden die Absolventen innerhalb der jeweiligen Lehrabschlussfeier des zuständigen IHK-Gremiums geehrt. Jetzt konnten die Teilnehmer der einzelnen Kurse und Lehrgänge sich wieder treffen und gemeinsam ihren erfolgreichen Abschluss feiern.

IHK-Hauptgeschäftsführerin Gabriele Hohenner erinnerte sich bei ihrer Begrüßungsrede an ihre eigene Zeit als Dozentin bei der IHK-Weiterbildung. Einer ihrer damaligen Schüler, Harald Riedl von der Brauerei Maisel, diente ihr als plastisches Beispiel für die Karrierechancen, die eine qualifizierte Weiterbildung eröffnet. „Vor dreißig Jahren habe ich ihn als sehr ambitionierten Weiterbildungsschüler erlebt und erinnere mich noch an seine stolzen Augen, als er seinen Abschluss zum Marketingkaufmann bei der IHK geschafft hatte.“ Für seine Bestleistungen erhielt er den Meisterpreis der Staatsregierung und hat seitdem seinen Erfolgsweg in der bekannten Bayreuther Brauerei gemacht. „Jetzt ist er als Leiter Marketing Tourismus für die Markenwelt der Brauerei verantwortlich und leitet die Maisel’s Bier-Erlebnis-Welt mit großem Erfolg. Besonders freue ich mich darüber, dass seine Verbindung zur IHK Bayreuth immer noch anhält. Als Mitglied im IHK-Tourismusausschuss engagiert er sich ehrenamtlich für die Genuss- und Wirtschaftsregion Oberfranken“, so Hohenner.

In ihrer Festrede zeigte sich IHK-Präsidentin Sonja Weigand als engagierte Kämpferin für die vielgestaltige berufliche Aus- und Weiterbildung: „Zunehmend komplexere Arbeitswelten erfordern mehr und mehr Anpassung an moderne Strukturen und die Weiterentwicklung von berufsspezifischen Fach-, Führungs- und Sozialkompetenzen. Mittlerweile gibt es in der höheren Berufsbildung neben einem klassischem Studium eine Vielzahl an Möglichkeiten, um dem Ziel einer hohen Position im Beruf näherzukommen.“ Als Fachwirte, Meister oder Betriebswirte begegnen die Weiterbildungsabsolventen den Hochschulabsolventen nun auf Augenhöhe, denn die Abschlüsse der beruflichen Weiterbildung wurden seit Einführung des DQR mit den Hochschulabschlüssen vergleichbar gemacht.

Über 60 Absolventen konnten für ihre hervorragenden Leistungen mit dem Meisterpreis geehrt werden und erhielten eine Anerkennungsurkunde des Freistaates Bayern.

Was „Die Weiterbildung für Oberfranken“ kleineren Unternehmen bietet

„Das Weiterbildungsangebot der IHK-Weiterbildung richtet sich nicht nur an Einzelpersonen oder an größere Unternehmen. Ganz bewusst finden sich im Programm viele Angebote, die in der Gründungsphase weiterhelfen oder den Betriebsalltag kleinerer Unternehmen bereichern können“, so IHK-Hauptgeschäftsführerin Gabriele Hohenner.

Besonders die Weiterbildung zu Digitalisierungsthemen steht derzeit hoch im Kurs. Denn klar ist: Qualifizierung geht jeden an, der im Wettbewerb weiterhin auf Erfolg setzt. In einer turbulenten und spannenden Zeit prägen Begriffe wie Digitalisierung, Industrie 4.0, New Work und stetig wachsende Qualitätsanforderungen die Agenden vieler Unternehmen.

Gerade auch für kleinere Unternehmen hat die IHK-Weiterbildung verschiedene Themenfelder im Blick: Seminar- und Workshop-Formate sollen Unternehmer direkt ansprechen. Für die Zielgruppe der Entscheider werden beispielsweise Formate wie „Digitale Geschäftsmodelle – Chance und Herausforderung für Unternehmen“ angeboten und ständig weiterentwickelt. Denn: Digitalisierung ist Chefsache!

Auch die kontinuierliche Prozessoptimierung ist für Unternehmenslenker interessant. Im technischen Umfeld richten sich verschiedene Weiterbildungsangebote an Meister und Schichtführer. Mit gezielten Seminaren, wie beispielsweise „Führung 4.0: Mitarbeiterführung in Zeiten des digitalen Wandels“ oder „Grundlagen des Prozessmanagements“ kann dabei gezielt in die gewünschte Richtung gesteuert werden.

Auch der Datenschutz im betrieblichen Alltag spielt eine größere Rolle denn je: So haben beispielsweise Betriebe, in denen mehr als neun Beschäftigte regelmäßig mit der personenbezogenen Datenverarbeitung zu tun haben, einen betrieblichen Datenschutzbeauftragten zu bestellen. Auch die gesetzliche Änderung durch die seit Mai 2018 in Kraft gesetzte EU-DSGVO stellen Unternehmen vor neue Herausforderungen. Konkrete Hilfestellung bietet hier die Weiterbildung: Mit Zertifikatslehrgängen wie z. B. „Betriebliche/r Datenschutzbeauftragte/r (IHK)“ oder Seminarformaten wie beispielsweise „Der Datenschutzbeauftragte im Unternehmen“ sollen diese Herausforderungen bewältigt werden.

Besonders wichtig ist auch, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit langjähriger Betriebszugehörigkeit für die eigene Weiterbildung zu sensibilisieren, da Erfahrungswerte allein in einer sich stark verändernden Wirtschaftswelt oftmals nicht mehr ausreichen. Kenntnisse über neue Trends und die Aufnahme von aktuellem Wissen stärken diese Menschen und reduzieren Ängste, die mit der digitalen Transformation einhergehen. Die Bereitschaft für „lebenslanges Lernen“, man kann es nicht oft genug betonen, wird einer der größten Erfolgsfaktoren der Zukunft sein.